Swisscom holt bei Synergien in Italien mehr heraus als geplant
Die Swisscom kommt bei der Integration von Vodafone Italia schneller voran als gedacht. Im vergangenen Jahr hat der Konzern Synergien von 95 Millionen Euro herausgeholt. Ursprünglich geplant waren rund 60 Millionen Euro.

Damit hat der Konzern im Schlussquartal nochmals kräftig Gas gegeben, wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Denn bis Ende September 2025 hatte die Integration von Vodafone Italia erst 36 Millionen Euro an Synergien gebracht.
Die neue Organisation sei etabliert, hiess es. Überdies sei die Umstellung der Mobilfunkkunden der Mailänder Swisscom-Tochter Fastweb auf das Netz von Vodafone Italia praktisch abgeschlossen. «Ein wichtiger Meilenstein war zudem die Lancierung des ersten gemeinsamen Produktportfolios von Fastweb + Vodafone.» Das Mobilfunknetz von Fastweb und Vodafone erreicht 89 Prozent der Bevölkerung mit der schnellen Mobilfunktechnik 5G.
Auch in die umgekehrte Richtung läuft die Zusammenlegung. Vodafone-Italia-Internetkunden wechseln auf das Festnetz von Fastweb. Per Ende 2025 deckt Fastweb + Vodafone 56 Prozent der Haushalte und Geschäfte in Italien mit Glasfaser ab. Mittlerweile haben die beiden im Weiterverkaufsgeschäft an andere Telekomanbieter (im Fachjargon Wholesale genannt) die Marke von 1,1 Millionen Ultrabreitband-Anschlüssen, wie es weiter hiess.
Bis Ende 2026 will Fastweb + Vodafone die Glasfaserabdeckung auf rund 65 Prozent erhöhen. Ende 2030 sollen rund 90 Prozent der Haushalte und Geschäfte mit den ultraschnellen Datenleitungen erschlossen sein.
Auf der anderen Seite schlugen im vergangenen Jahr die Integrationskosten für Vodafone Italia in Höhe von 217 Millionen Euro zu Buche. Ursprünglich hatte die Swisscom bis Ende 2025 Integrationskosten von rund 200 Millionen Euro angepeilt. Insgesamt erwartet der Konzern Integrationskosten bis 2027 von rund 700 Millionen Euro.
Insgesamt hat die Swisscom in Italien einen Umsatz von 7,29 Milliarden Euro erzielt. Auf vergleichbarer Basis ist das ein Rückgang um 1,1 Prozent, wenn Vodafone Italia schon 2024 in den Büchern enthalten gewesen wäre. Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen nach Abzug der Leasingkosten (EBITDAaL) blieb stabil bei 1,69 Milliarden Euro.
Um die Kosten zu senken, spannt die Swisscom auch mit dem grossen Konkurrenten Telecom Italia zusammen. Damit wollen sie den Ausbau der Mobilfunktechnik 5G in ländlichen Gebieten in Gemeinden mit weniger als 35'000 Einwohnern beschleunigen. Jeder Konzern macht gemäss früheren Angaben den Netzausbau in 10 Regionen, so dass bis Ende 2028 ein Netz mit etwa 15'500 Standorten pro Betreiber entstehen soll.
Jeder Betreiber soll in den entsprechenden Gebieten das Funkzugangsnetz (RAN) des jeweils anderen nutzen, um Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Mittelfristig erwartet die Swisscom gemäss früheren Angaben jährliche Einsparungen im mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.










