Stadler Rail

    Stadler Rail: Seit Jahren immense Umweltbelastung

    Fabia Söllner
    Fabia Söllner

    Bern,

    Stadler Rail sorgt mit schädlichen Emissionen seit Jahren für Kritik an Behörden, die zu zögerlich reagieren, zeigt eine SRF-Recherche.

    Stadler Rail
    Stadler Rail erntet Kritik. (Archivbild) - keystone

    Ob Zugwaggon, Tram oder U-Bahn: Stadler Rail produziert in der Ostschweiz zahlreiche Fahrzeuge. In den Spritzkabinen wird Lack verwendet, dessen Lösungsmittel als VOC in die Luft gelangen.

    Laut dem «SRF» entweichen diese Schadstoffe seit Jahren in zu hoher Konzentration aus den Lackierkabinen.

    Die Behörden von St. Gallen und Thurgau warnten das Unternehmen wiederholt. Dennoch überschritt der Hersteller weiterhin die Grenzwerte für VOC.

    Stadler: Experten kritisieren Behörden

    Umweltrechtsexperten beurteilen den Fall klar: Nicht nur Stadler Rail, auch die Behörden seien in der Verantwortung.

    Umweltrechtsanwalt Hans Maurer wirft dem Kanton St. Gallen einen Vollzugsmissstand vor. Laut Maurer hätte schon 2014 eine Sanierungspflicht und der Einbau einer entsprechenden Abluftanlage folgen müssen.

    Der Kanton widerspricht jedoch: Das Umweltamt arbeite laut dem «SRF» seit 2014 mit dem Unternehmen an Massnahmen. Emissionen seien zeitweise gesenkt worden, aber in Spitzenzeiten weiterhin zu hoch.

    Grenzwertüberschreitungen und schleppende Kontrolle

    Im Kanton Thurgau wurde 2020 bei einer Kontrolle eine klare Überschreitung der Grenzwerte festgestellt, wie das «SRF» weiter berichtet. Laut Umweltrechtsanwalt Michael Bütler sei die Durchsetzung des Umweltschutzrechts «klar ungenügend» und eine «problematische Belastung für Umwelt und Gesundheit».

    Die Behörden verteidigen sich: Grenzwertüberschreitungen seien meist punktuell gewesen, daher sei eine sofortige Sanierungsverfügung rechtlich schwer durchsetzbar.

    Mehrere ehemalige Stadler-Mitarbeitende bestätigen gegenüber dem «SRF», dass das VOC-Problem intern lange bekannt war.

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    Kommentare

    User #25 (nicht angemeldet)

    da wird einer fertig gemacht! Sofort kaufen die SBB bei Siemens ein. Ob es dort so sauber zu und her gehen soll?

    User #3698 (nicht angemeldet)

    Die Umweltbelastung unserer Landwirtschaft ist millionenfach höher, und es wird nichts, aber gar nichts dagegen getan.

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