Krieg

Schweizer Tourismus steht wegen Iran-Krieg vor schwächerem Sommer

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Bern,

Der Schweizer Tourismus dürfte im Sommer 2026 erstmals seit der Pandemie wieder weniger Logiernächte zählen. Hauptgrund ist die schwächere Nachfrage aus den Fernmärkten infolge des Iran-Kriegs.

Der Schweizer Tourismussommer 2026 steht wegen schwächerer Fernmärkte unter Druck. (Archivbild)
Der Schweizer Tourismussommer 2026 steht wegen schwächerer Fernmärkte unter Druck. (Archivbild) - KEYSTONE/URS FLUEELER

Der Schweizer Tourismus muss sich im kommenden Sommer auf Gegenwind einstellen. BAK Economics erwartet für die Sommersaison 2026 erstmals seit dem Ende der Corona-Pandemie wieder einen Rückgang der Logiernächte. Belastet wird die Nachfrage vor allem durch die Folgen des Iran-Kriegs.

Erwartet werden 24,9 Millionen Übernachtungen, das sind 255'000 oder 1,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Hauptgrund für die schwächere Entwicklung sei die rückläufige Nachfrage aus den Fernmärkten, teilte BAK Economics am Donnerstag mit. Die Prognose wurde im Auftrag des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) erstellt.

Besonders belastend wirke sich der Iran-Krieg auf den internationalen Reiseverkehr aus. Zu Beginn hätten vor allem Luftraumsperrungen die Nachfrage gedämpft. Inzwischen kämen höhere Öl- und Kerosinpreise hinzu, wodurch Fernreisen insgesamt teurer würden. Für die Fernmärkte erwartet BAK Economics deshalb einen Rückgang der Logiernächte um 3,7 Prozent beziehungsweise 246'000 Übernachtungen.

Am stärksten betroffen sei Asien. Vor allem Indien und Südostasien litten unter Einschränkungen im Luftverkehr über die grossen Drehkreuze im Nahen Osten. Zudem seien viele Länder der Region stark von Energieimporten aus dem Persischen Golf abhängig.

Zwei Schweizer Tourismusunternehmen, die Jungfraubahn und die Titlis-Bahnen, hatten in den vergangenen Wochen bereits Gewinnwarnungen für das laufende Geschäftsjahr veröffentlicht. Beide begründeten die Warnung insbesondere mit dem Rückgang der Gästezahlen aus Asien.

Vergleichsweise robust zeige sich dagegen China, unter anderem wegen direkter Flugverbindungen und einer geringeren Abhängigkeit von Flugrouten über den Nahen Osten. Aus den USA wird weiterhin ein leichtes Wachstum erwartet, wenn auch mit geringerer Dynamik.

Zwei Schweizer Tourismusunternehmen, die Jungfraubahn und die Titlis-Bahnen, hatten in den vergangenen Wochen bereits Gewinnwarnungen für das laufende Geschäftsjahr veröffentlicht. Beide begründeten diese insbesondere mit dem Rückgang der Gästezahlen aus Asien wegen des Iran-Konflikts.

Stützend dürften sich die inländische sowie teilweise die europäische Nachfrage auswirken. Höhere Flugpreise und Unsicherheit im internationalen Reiseverkehr könnten laut BAK Economics dazu führen, dass Reisende vermehrt nähere Ziele wählen.

Für die Nachfrage aus der Schweiz wird ein Plus von 0,5 Prozent oder 58'000 Logiernächten erwartet. Gleichzeitig stünden die Haushalte wegen höherer Inflation und schwächerer Konsumdynamik unter Druck.

Bei den europäischen Gästen rechnet BAK Economics insgesamt mit einem leichten Minus von 1,0 Prozent beziehungsweise 68'000 Logiernächten. Der Rückgang sei vor allem auf den sehr starken Sommer 2025 zurückzuführen, der von mehreren Grossveranstaltungen profitiert habe. Insbesondere aus dem Vereinigten Königreich dürfte die Nachfrage tiefer ausfallen, da der Sondereffekt der Fussball-Europameisterschaft der Frauen wegfalle.

Gleichzeitig stellte BAK Economics ein neues Analyseinstrument für Tourismusdestinationen vor. Der BAK Tourism Destination Competitiveness Index (TDCI) vergleicht die Wettbewerbsfähigkeit von 240 Schweizer und ausländischen Destinationen im Alpenraum. Ergänzend lanciert das Institut mit BAK Tourism Intelligence ein KI-gestütztes Online-Tool für Destinationen.

Laut der Analyse liegt die Schweiz an der Spitze des Alpenraums. Sie stellt die drei bestplatzierten Destinationen sowie neun der zehn besten Destinationen. Gleichzeitig zeige sich aber ein heterogenes Bild: Während zahlreiche Schweizer Destinationen eine starke Wettbewerbsposition hätten, bestehe im Mittelfeld und bei kleineren Destinationen weiterhin Aufholbedarf. Als Schwächen nennt BAK Economics unter anderem die unzureichende Ausschöpfung des Ertragspotenzials und die vergleichsweise kurze Aufenthaltsdauer.

Kommentare

User #5252 (nicht angemeldet)

Das ist reines Wunschdenken.

User #3649 (nicht angemeldet)

Die Züge sind aber immer noch bumsvoll!

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