Schweizer Tourismus ächzt vor deutscher Corona-Risikoliste

    Laura Del Favero
    Laura Del Favero

    Bern,

    Deutschland setzt zehn Kantone auf die Risikoliste. Das hat Folgen für den hiesigen Tourismus und auch das bevorstehende Weihnachtsgeschäft.

    Taiwan Coronavirus
    Die Zahl der laborbestätigten Coronavirus-Fälle in der Schweiz ist angestiegen. (Symbolbild) - dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Zehn Schweizer Kantone sind auf Deutschlands Risikoliste.
    • Für die Kantone bedeutet dies wirtschaftliche Einbussen.
    • Der Schweizer Arbeitsmarkt bleibt allerdings verschont.

    Über Wochen blieben die Fallzahlen stabil. Doch nun schnellen die Zahlen in die Höhe. Mit über 2000 Fällen pro Tag liegen die bestätigten Neuinfektionen weitaus höher als im Frühling.

    Eine Entwicklung, die vor allem dem Tourismus Sorgen bereitet. Denn: Die Schweiz gilt nach und nach als Risikogebiet. Nebst Grossbritannien, Belgien oder etwa Dänemark warnt etwa auch Deutschland vor Reisen in die Schweiz.

    Grenze coronavirus
    Ein Polizist kontrolliert Autofahrer an der Grenze. Wer aus der Schweiz nach Deutschland reist, muss in Quarantäne. - APA/AFP/Archiv

    Anders als andere Länder beurteilt unser Nachbarstaat die epidemiologische Lage aber nicht nach dem Wert in einem Land, sondern in einer Region. So gehören aktuell zehn Kantone zu den Risikogebieten – darunter auch der Grenzkanton Zürich.

    Zürich bangt um das Weihnachtgeschäft

    «Es ist ein denkbar ungünstiger Zeitpunkt», erklärt Ueli Heer von Zürich Tourismus. Denn gerade jetzt, wo der Flugverkehr beinahe stillsteht, seien Nachbarländer wie Deutschland unerlässlich.

    Weihnachtslaternen
    Das Weihnachtsgeschäft wird in diesem Jahr anders als alle vorangegenenen. - dpa

    Auch für das bevorstehende Weihnachtsgeschäft bedeutet die Risikoliste nichts Gutes. Schliesslich gelte Deutschland als zweitwichtigster ausländischer Markt. «Jetzt geht es darum, alles daranzusetzen, die Schweiz von der Risikoliste wegzubringen», betont Heer.

    Tourismus fordert Schnelltests statt Quarantäne

    Deutlich glimpflicher kommt der Kanton Graubünden weg – das beliebteste Schweizer Ferienziel der Deutschen. Denn noch gilt die Region nicht als Risikogebiet.

    Trotzdem blicken die Verantwortlichen ungewiss in die Zukunft. «Die stetig sich ändernden Listen der Risikogebiete und -regionen sorgen für Unsicherheit im Tourismus», erklärt Luzi Bürkli von Graubünden Ferien. Gerade in Hinsicht auf den kommenden Winter sei vieles noch nicht abschätzbar.

    Bergbahn Coronavirus
    Eine Skipiste in Graubünden. Wegen des Coronavirus zittern einige Spitäler vor der Wintersportsaison. Nicht so der Kanton Graubünden. - Keystone

    Um aber den Tourismus am Leben zu erhalten, fordert Bürkli zertifizierte Corona-Schnelltests. Nur so wäre Reisen ohne Quarantäneauflagen und vor allem mit genügend Sicherheit möglich.

    Das sieht auch die Wirtschaft so. «Wir befürworten den Einsatz von Schnelltests, um diese Quarantäne zu verkürzen», so Jan Atteslander von Economiesuisse. Noch sind Grenzgänger von der Quarantänepflicht zwar ausgenommen. Doch auch hier kann sich jederzeit etwas ändern.

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    Weiterlesen

    Coronavirus
    227 Interaktionen
    Basel, Jura & Co.
    89 Interaktionen
    Corona-Krise
    DEUTSCHLAND CORONAVIRUS EINKAUFSTOURISMUS
    682 Interaktionen
    Nur 11 Kantone

    MEHR AUS STADT BERN

    SCL Tigers
    SCB unterliegt Ajoie
    YB Frauen
    2 Interaktionen
    Cup-Derby
    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Kanton Bern
    Kanton Bern