Sandoz sieht bei Trumps Generikazöllen viele offene Fragen

Keystone-SDA
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USA,

US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Hersteller günstiger Nachahmermedikamente wie den Schweizer Konzern Sandoz. Ab dem 1. August 2028 sollen auf importierte Generika Zölle von 100 Prozent erhoben werden. Ein Jahr später soll der Satz auf 200 Prozent steigen. Damit will Trump die Produktion von Arzneimitteln zurück in die USA holen.

Sandoz-Chef Richard Saynor
Sandoz-Chef Richard Saynor. (Archivbild) - keystone

Generika sind Nachahmerpräparate, die nach dem Ablauf des Patentschutzes eines Medikaments hergestellt werden und meist deutlich günstiger sind als das Original. Gemäss den in der Nacht auf Mittwoch von Trump verkündeten Plänen soll bis zum Sommer 2028 eine Übergangsfrist gelten, damit Unternehmen ihre Produktion in die USA verlagern können. Für patentgeschützte Originalmedikamente gelten bereits separat angekündigte Zollpläne.

Der Basler Generikakonzern Sandoz reagierte in einer ersten Stellungnahme zurückhaltend. Es sei derzeit zu früh, die Auswirkungen abzuschätzen, da wichtige Details zur Umsetzung und zum Geltungsbereich der Massnahme fehlten, erklärte ein Firmensprecher auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP. Man werde die Entwicklung aufmerksam verfolgen und den Dialog mit den zuständigen Behörden fortsetzen.

Zugleich betonte Sandoz, Generika und Biosimilars leisteten bereits heute einen wichtigen Beitrag dazu, die Gesundheitskosten in den USA zu senken und den Zugang der Patienten zu Medikamenten zu verbessern. Aussagen zu möglichen Investitionen oder Änderungen des Produktionsnetzwerks wollte der Konzern wegen der unklaren Ausgangslage nicht machen.

Analysten des US-Researchhauses Bernstein bezweifelten allerdings, dass sich Trumps Pläne in der vorgesehenen Frist umsetzen lassen. Zwar gebe es in den USA freie Produktionskapazitäten, diese reichten jedoch bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken, hiess es in einem Kommentar. Rund 90 Prozent aller verschriebenen Medikamente in den USA seien Generika, während weniger als 5 Prozent der grossen Wirkstofffabriken weltweit in den Vereinigten Staaten stünden.

Hinzu komme, dass Generika mit sehr geringen Gewinnmargen hergestellt würden. Eine erzwungene Verlagerung der Produktion in die USA dürfte deshalb wirtschaftlich kaum rentabel sein.

Bernstein erwartet daher eher Medikamentenengpässe oder steigende Preise, die letztlich von Patienten und staatlichen Gesundheitsprogrammen getragen werden müssten. Die Analysten halten es zudem für möglich, dass die US-Regierung am Ende statt einer vollständigen Umsetzung der Zölle Vereinbarungen mit Herstellern aushandelt.

Auch die Analysten der Bank Vontobel sehen erhebliche Hürden. Betroffen wären vor allem Hersteller aus Indien und China, wo heute ein Grossteil der Generika produziert wird. Aber auch Sandoz dürfte die Pläne treffen, da der Konzern in den USA keine Produktionsstandorte betreibt. Rund 22 Prozent des Konzernumsatzes erzielt Sandoz in Nordamerika.

Die Sandoz-Titel gerieten nach den Zoll-Ankündigungen vorbörslich unter Druck. Julius Bär berechnete die Aktie 1,9 Prozent im Minus bei einem leicht positiven Gesamtmarkt.

Kommentare

User #1763 (nicht angemeldet)

Hr. Trump, ist noch alles in Ordnung mit ihnen, was meint ihr Hausarzt, ist pure, gemein Schikane. Generika von Sandoz, viele Jahre getestet, nicht Alle Novartis, Roche schlimme Krankheiten leisten.

User #6175 (nicht angemeldet)

Am bestrn beliefert mann Amerika nicht mehr und schaut nach Asien. Sanktionen gleich mit dazu .

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