Nach Nestlé-Babynahrung-Rückruf untersucht Frankreich Säuglingstod
Nach dem Rückruf von Säuglingsnahrung des Lebensmittelriesen Nestlé und dem Tod eines Säuglings ist in Frankreich eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet worden. Ein Zusammenhang zwischen dem Todesfall und dem Konsum der zurückgerufenen Kindermilch der Marken Guigoz und Nidal sei bislang nicht nachgewiesen, teilte das französische Gesundheitsministerium am Dienstag der Nachrichtenagentur AWP mit.

Bislang liege lediglich eine Meldung über einen schweren Fall vor, der epidemiologische Abklärungen erforderlich mache, erklärte das Krisenzentrum des Ministeriums. Die Untersuchungen dauerten an. Nach Angaben der Behörden seien in Frankreich bisher keine weiteren Krankheitsfälle bestätigt worden, auch wenn sich Eltern wegen Symptomen wie Erbrechen oder Durchfall an Giftinformationszentren und Gesundheitsbehörden gewandt hätten.
Nestlé France erklärte, Ursache des Rückrufs sei ein Inhaltsstoff gewesen, konkret eine ARA-reiche Ölzutat eines Lieferanten, in der das bakterielle Toxin Cereulid nachgewiesen worden sei. Obwohl die festgestellte Menge sehr gering gewesen sei, habe sich der Konzern Anfang Januar vorsorglich zu einem erweiterten freiwilligen Rückruf entschieden. Nestlé entschuldigte sich bei den betroffenen Eltern und betonte, Produktsicherheit habe höchste Priorität.
Nestlé hatte in einer vor zwei Wochen bekannt gewordenen grössten Rückrufaktion seiner Firmengeschichte in gegen 60 Ländern Chargen von Säuglingsnahrung vorsorglich zurückgerufen. Sie könnten mit Gift belastet sein. Eltern wurden aufgefordert, die Produkte aus bestimmten Chargen nicht mehr zu verwenden und im Handel zurückzugeben. Nestlé-CEO Philipp Navratil entschuldigte sich in einer Videobotschaft bei Eltern und Betreuungspersonen für die entstandene Verunsicherung.














