Moritz Suter bezeichnet Swiss-Verkauf an Lufthansa als Fehler
Der Crossair-Gründer und zwischenzeitliche Swissair-VR-Präsident spricht in einem NZZ-Interview davon, dass ein Alleingang der Swiss besser gewesen wäre.

Das Wichtigste in Kürze
- Moritz Suter nennt den Verkauf der Swiss an die Lufthansa rückblickend einen Fehler.
- Der Crossair-Gründer warnt, dass das Aviatik-Know-how in der Schweiz verschwindet.
- Suter war kurzzeitig auch Verwaltungsratspräsident der Swiss.
Die schwindende Eigenständigkeit der Swiss ist in der «NZZ am Sonntag» (Abo) ein grosses Thema. Auslöser hierzu ist die seit Februar geltende Anweisung an das Swiss-Flugpersonal. Bei der Begrüssung muss das Personal den Fluggästen neu mitteilen, dass die Swiss zur Lufthansa Group gehöre.
Schliesslich prangt auch auf den Swiss-Maschinen neuerdings der Hinweis «Member of Lufthansa Group». Gemäss «NZZ» komme es regelmässig vor, dass das Swiss-Kabinenpersonal – völlig absichtlich – die Anweisung ignoriere, der Lufthansa Group zuzugehören.
Generell zeichne sich beim Personal eine gewisse Resignation ab, dass sich die LH-Gruppe in immer mehr Bereiche einmische.

Laut einer Person, die zitiert wird, habe man bei der Swiss immer geglaubt: Man muss nur genügend Gewinne nach Frankfurt schicken, dann wird man in Ruhe gelassen.
Das sagt Moritz Suter
Begleitend zum Artikel über die schwindende Eigenständigkeit hat die Zeitung Crossair-Gründer Moritz Suter befragt, der temporär auch Swiss-Verwaltungsratspräsident war. Der 83-Jährige hält nicht mit markanten Aussagen zurück und bezeichnet rückblickend den Verkauf der Swiss an die Lufthansa-Gruppe als Fehler.
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Zunächst skizziert Suter einen Vergleich. Es sei ja auch undenkbar, die SBB an die DB zu verkaufen, und die hätte dann plötzlich das Sagen. Dass sich die Swiss über die Jahre hervorragend entwickelt habe, zeige, was für ein Potenzial die Airline habe, sagt er.
Dass der Schweizer Markt viel zu klein ist, um in Zürich einen weltweiten Hub zu betreiben, lässt er nicht stehen. Er zieht einen Vergleich zu Singapur, einem noch kleineren Land. Dort gehört Singapore Airlines dank Eigenständigkeit zu einer der weltweit führenden Airlines.
Die Anmerkung, dass die Swiss vom Konzern profitiere, etwa bei günstigen Einkaufskonditionen von Flugzeugen, kontert Suter so: «Swissair und Crossair haben die Flugzeuge immer sehr günstig bekommen. Warum? Weil sie einen hervorragenden Ruf hatten.»
Die Hersteller hätten sich zudem darum gerissen, den beiden Airlines Flugzeuge zu sehr attraktiven Preisen liefern zu können.
Zuletzt bedauert der Crossair-Gründer, dass das Aviatik-Know-how in der Schweiz für immer verschwunden sei. Er vergleicht sie mit der Textilindustrie, «für die wir einmal weltberühmt waren». Verkehr sei mehr als der Transport von A nach B. «Verkehr ist Kultur, Verkehr ist Leben.»
Hinweis: Dieser Artikel wurde zuerst auf «Travelnews.ch» publiziert.

















