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WM-Verkauf: So will Infantino Verbände ködern

Etienne Sticher
Etienne Sticher

Zürich,

Gianni Infantino wirbt in einem Brief bei den Mitgliedsverbänden für seine WM-Verkaufspläne. Zudem verspricht er bei einer Annahme viel Geld.

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Gianni Infantino will die Fifa-Wettbewerbe teilprivatisieren. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fifa-Mitgliedsverbände müssen Gianni Infantinos Verkaufspläne absegnen.
  • Tun sie dies bis am 19. September, verspricht der Fifa-Boss viel Geld.
  • Insider sprechen von «Bestechung», dennoch dürften die Pläne angenommen werden.

Gianni Infantino will die Wettbewerbe der Fifa teilprivatisieren. Ein Unternehmen soll gegründet und 20 bis 30 Prozent der Anteile an private Investoren verkauft werden. Dabei geht es zum einen um viel Geld, zum anderen um die persönliche Zukunft von Infantino im Weltfussball.

Bevor die WM aber verkauft werden kann, müssen die Verbände darüber abstimmen. Mindestens 106 der 211 Nationalverbände müssen den Plan absegnen. Ob Infantino die notwendigen Stimmen bekommt, ist unklar. Aus Europa beispielsweise gibt es laute Kritik.

Wie die BBC berichtet, hat der Fifa-Boss die Mitglieder nach der Veröffentlichung der Pläne durch die «Times» informiert. In dem fünfseitigen Schreiben geht Infantino laut dem britischen Sender auf die Vorteile seines Plans ein.

Und er versucht, die Verbände zu ködern: Sollten sie bis zum 19. September zustimmen, erhalten sie jeweils 40 Millionen Dollar. Ab dem Beginn des neuen Jahres soll ihnen die Hälfte davon zur Verfügung stehen.

Gegenüber der «Times» bezeichnet ein anonymer Fussballfunktionär das Vorgehen als «reine Bestechung». Auch Miguel Maduro, der einst Vorsitzender des Fifa-Governance-Komitees war, spricht von «Bestechung».

Wie findest du den Plan von Gianni Infantino?

Er gibt zu bedenken, dass viele Verbände das Geld nicht so ausgeben, wie sie sollten. Er zweifelt deshalb daran, dass die 40 Millionen Dollar tatsächlich dem Fussball zugute kommen werden.

Maduro schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass der Vorschlag Infantinos angenommen wird, als gross ein. Viele Länder aus Afrika, Asien sowie Nord- und Lateinamerika stehen hinter dem Fifa-Boss. Vor allem kleinere profitieren von den Plänen Infantinos, sei es die Vergrösserung des WM-Teilnehmerfeldes oder der zusätzliche Millionen-Zuschuss.

Uefa droht mit WM-Boykott

Die Kontinentalverbände Asiens sowie Nord- und Mittelamerikas haben zwar Kritik geäussert. Diese bezieht sich aber auf die Art und Weise, wie sie von den Plänen erfahren haben. Inhaltlich zeigen sie sich durchaus offen.

Anders sieht es in Europa aus: Die Uefa kritisiert die Privatisierungs-Idee stark. Sie droht sogar mit einem Boykott der WM.

Die Uefa umfasst zwar nur 54 Mitglieder und hat damit keine Vetomacht. Doch sollten die Fussball-Grossmäche aus Europa einer WM fernbleiben, würde das deren Wert enorm schmälern.

Wird Infantino Comissioner?

Bei der Privatisierung der Fifa-Wettbewerbe geht es auch um die Zukunft von Gianni Infantino im Weltfussball: Der Walliser will im kommenden Jahr wiedergewählt werden und seine dritte Amtszeit antreten. Gemäss Statuten sind nur drei Amtszeiten erlaubt, 2031 muss er das Amt also abgeben.

Die Fifa muss gemäss ihren Statuten die Kontrolle über jede Tochtergesellschaft haben, auch über das mögliche neugegründete Unternehmen. Es wird daher als möglich erachtet, dass Infantino das Unternehmen als Commissioner oder Geschäftsführer leiten wird – auch nach 2031.

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Kommentare

User #1168 (nicht angemeldet)

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