Monsanto-Kauf belastet Bayer auch im ersten Quartal

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    Deutschland,

    Die milliardenschwere Übernahme von Monsanto belastet den Chemiekonzern Bayer auch weiterhin.

    Bayer-Logo am Hauptsitz in Leverkusen
    Bayer-Logo am Hauptsitz in Leverkusen - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Anleger dennoch zufrieden.

    Im ersten Quartal brach der Nettogewinn im Vorjahresvergleich um 36,5 Prozent ein, wie Bayer mitteilte. Die Zahl der Klagen gegen Monsanto wegen des Unkrautvernichters Glyphosat in den USA stieg derweil auf 13.400. Gleichzeitig bringt der Zukauf Bayer mehr Umsatz und mehr Gewinn vor Steuern, Zinsen und Sondereinflüssen - die Anleger zeigten sich daher zufrieden.

    Der Nettogewinn ging auf 1,24 Milliarden Euro zurück, teilte Bayer am Donnerstag mit. Hauptgrund dafür seien hohe Sonderaufwendungen in Höhe von rund einer Milliarde Euro vor allem infolge des Kaufs von Monsanto.

    Bayer-Chef Werner Baumann hob die Umsatz- und Gewinnsteigerung in der Agrarsparte des Konzerns ohne diese Sondereinflüsse hervor. Die Sparte Crop Science habe Umsatz und Ergebnis dank des Zukaufs von Monsanto mehr als verdoppelt, betonte er.

    Der Umsatz des gesamten Konzerns stieg um rund vier Prozent auf rund 13 Milliarden Euro. Der Gewinn ohne Berücksichtigung von Zinsen, Steuern, Abschreibungen und sonstigen Finanzierungsaufwendungen (Ebitda) sprang um fast 45 Prozent auf knapp 4,2 Milliarden Euro. Operativ sei Bayer «stark ins Jahr gestartet», erklärte Baumann. Der Kurs der Bayer-Aktie kletterte bis zum Mittag um mehr als drei Prozent nach oben auf über 62 Euro.

    Bayer hatte für Monsanto 56 Milliarden Euro gezahlt. Die Kosten für den Kauf und die Integration von Monsanto schlugen im ersten Quartal laut Konzern mit 492 Millionen Euro zu Buche. Hinzu kamen demnach 393 Millionen Euro für die Restrukturierung - Bayer hat den Abbau von 12.000 Stellen angekündigt.

    Die Zahl der Klagen gegen die Bayer-Tochter Monsanto wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat in den USA stieg bis zum 11. April auf 13.400. Die Kläger machen Glyphosat für ihre Krebserkrankung verantwortlich.

    In einem ersten Prozess um den Ex-Hausmeister Dewayne Johnson hatte ein Geschworenengericht in San Francisco Monsanto vergangenes Jahr zur Zahlung von 289 Millionen Dollar (251 Millionen Euro) Schadenersatz verurteilt. Eine Richterin reduzierte den Betrag später auf 78 Millionen Euro.

    Bayer beantragte am Mittwoch vor dem zuständigen Berufungsgericht in Kalifornien die Aufhebung des Jury-Urteils. Die in dem Verfahren vorgelegten Beweise hätten den Anforderungen zum Nachweis von Verantwortlichkeit und Kausalität «bei weitem» nicht entsprochen, erklärte der Konzern.

    Am Freitag steht die Hauptversammlung von Bayer in Bonn an. Aktionärsvertreter haben Antrag auf Nichtentlastung des Vorstands und des Aufsichtsrats gestellt. Sie kritisieren das «Desasterjahr» an der Börse. Seit der Ankündigung der Monsanto-Übernahme hat sich der Wert des Bayer-Konzerns halbiert.

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