Mannheimer Eichbaum Brauerei steht nach Rettungspleite vor dem Aus
Die Eichbaum Brauerei in Mannheim steht vor der Schliessung: Nach gescheiterten Rettungsplänen verlieren 240 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze.

Die Mannheimer Traditionsbrauerei Eichbaum steht vor der endgültigen Schliessung. Nach monatelangen Gesprächen über eine mögliche Rettung wurde das Ende des Betriebs bekanntgegeben.
Für die verbliebenen 240 Mitarbeitenden ist die Nachricht ein schwerer Schlag. Wie die «Tagesschau» berichtet, erfuhren einige Beschäftigte erst aus den Medien von den bevorstehenden Kündigungen.
Der Leiter der Technikabteilung, Norbert Erhardt, schilderte die emotionale Situation im Unternehmen. Er habe laut dem «SWR» Mitarbeiter gesehen, die mit Tränen zur Arbeit gekommen seien.
Rettung der Eichbaum Brauerei scheitert nach monatelangen Gesprächen
Die Eichbaum Brauerei befand sich seit Monaten in einem Insolvenzverfahren. Die geplante Fortführung des Betriebs scheiterte, weil kein Investor unter den bestehenden wirtschaftlichen Bedingungen gefunden werden konnte.
Das Unternehmen erklärte, die Brauerei sei trotz verschiedener Restrukturierungsmassnahmen weiterhin defizitär gewesen. Zudem hätten notwendige Massedarlehen nicht zurückgezahlt werden können, berichtet der «Mannheimer Morgen».
Eine mögliche Lösung war mit dem Gelände der Eichbaum Brauerei verbunden. Das Uniklinikum als Teil des Klinikverbunds Heidelberg-Mannheim hatte Interesse am Standort gezeigt, die Gläubiger lehnten die Lösung jedoch ab.
Trotz Rettungspleite läuft Produktion bei Eichbaum weiter
Trotz der angekündigten Schliessung läuft die Produktion zunächst weiter. Technikleiter Erhardt erklärte, dass die Beschäftigten weiterhin arbeiten würden und Bier produziert werde, schreibt der «SWR».
Bei einer Betriebsversammlung wurden die Mitarbeitenden über das Scheitern der Rettung informiert. Viele Beschäftigte kehrten danach wieder an ihre Arbeitsplätze zurück.
Erhardt, der seit 34 Jahren bei Eichbaum arbeitet, beschrieb die besondere Verbundenheit innerhalb des Teams. Die Beschäftigten seien trotz der schwierigen Lage weiterhin vollständig im Betrieb präsent.
Eichbaum-Aus sorgt bei Mitarbeitern und Stadt für Enttäuschung
Auch jüngere Mitarbeiter blicken unsicher auf ihre Zukunft. Der 23-jährige Brauer Jakob, der seine Ausbildung bei Eichbaum absolvierte, sorgt sich dem «SWR» zufolge besonders um seine älteren Kollegen.
Mannheims Oberbürgermeister Christian Specht zeigte sich enttäuscht über das Scheitern der Rettung. Laut dem «SWR» erklärte er, dass ein ausgearbeitetes Angebot zur Fortführung der Brauerei vorgelegen habe.

Auch die Gewerkschaft IG Metall forderte weitere Gespräche über mögliche Alternativen. Geschäftsführer Thomas Hahl sagte, dass Beschäftigte nicht für mögliche Fehlentscheidungen verantwortlich gemacht werden dürften, so der «SWR» weiter.












