Julius Bär und Swiss Life noch mit zu kleinem Frauenanteil im VR
Nicht nur in den Geschäftsleitungen von Schweizer Banken und Versicherungen sitzen immer mehr Frauen, auch in den Verwaltungsräten liegt die Frauenquote deutlich höher als noch vor einigen Jahren. Hier gelten die dazu vom Bund festgelegten Richtwerte bereits für 2026 – Julius Bär und Swiss Life erfüllen das nicht.

In den Verwaltungsräten der Banken und Versicherungen beläuft sich der Frauenanteil aktuell auf 35 Prozent, wie eine Datenauswertung der Nachrichtenagentur AWP zeigt. Das sind 7 Prozentpunkte mehr als 2021. Betrachtet wurde die Entwicklung bei 34 an der Schweizer Börse gelisteten Banken und Versicherungen.
Im Jahr 2021 hatte der Bund im Aktienrecht festgehalten, dass die Verwaltungsräte von grossen börsenkotierten Firmen mit Sitz in der Schweiz mindestens mit 30 Prozent Frauen besetzt sein sollten. Dabei handelt es sich um einen gesetzlichen Richtwert. Noch nicht alle davon Betroffenen erreichen diesen.
Aufholbedarf gibt es bei der Bank Julius Bär mit einem Frauenanteil von 25 Prozent im Verwaltungsrat oder bei der Swiss Life mit 27 Prozent. Bei Bär war der Rücktritt von Olga Zoutendijk der Auslöser, nachdem die Quote mit ihr bei 44 Prozent gelegen hatte. Und bei der Swiss Life hat der kurzfristige Rücktritt von Philomena Colatrella auf den Anteil gedrückt. Mit ihr läge sie bei über 30 Prozent, wie der Finanzkonzern auf Anfrage erläutert.
Andere Finanzkonzerne wie die UBS (33 Prozent), die Bankengruppe Valiant (38 Prozent), der Rückversicherer Swiss Re (42 Prozent), der Versicherer Zurich (42 Prozent) oder die Bank Vontobel (50 Prozent) erfüllen hingegen die 30-Prozent-Marke mit Frauen im Verwaltungsrat zumeist problemlos.
Konsequenzen hat der zu tiefe Frauenanteil für die betroffenen Firmen kaum. Sie müssen im nächsten Vergütungsbericht lediglich die Gründe für das Verfehlen des Richtwerts nennen und darlegen, mit welchen Massnahmen die Regeln künftig erfüllt werden sollen. Und dazu sind sie bereit.
Die Erhöhung des Anteils weiblicher Führungskräfte sei Teil der internen Zielsetzungen und weibliche Talente würden über alle Hierarchiestufen hinweg gefördert, schreibt die Swiss Life auf Anfrage. Swiss Life sei es auf verschiedenen Stufen gelungen, Frauen für die Besetzung von Führungspositionen zu gewinnen.
Besserung ist auch bei Julius Bär in Sicht, insbesondere auch mit Blick auf den Verwaltungsrat. Die Bank kündigte bereits Mitte März in der Einladung zur Generalversammlung an, dass sie aktiv nach Kandidatinnen für den Verwaltungsrat sucht und im nächsten Jahr Frauen für die Wahl in den Verwaltungsrat nominieren wird. Das Ziel ist es, den Richtwert des Bundes zu erreichen.










