Der Schweizer Fussball trauert um Ralph Zloczower (†93)
Der Schweizer Fussball trauert um eine grosse Figur: Der frühere SFV- und YB-Präsident Ralph Zloczower ist 93-jährig verstorben.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Schweizer Fussball verliert mit Ralph Zloczower (†93) eine seiner prägenden Figuren.
- Der Ex-Präsident von YB und dem SFV ist am Donnerstag verstorben.
- Zloczower führte YB aus einer tiefen Krise und holte später die EM 2008 in die Schweiz.
YB und der Schweizer Fussball verlieren eine prägende Figur ihrer Geschichte. Der ehemalige Berner Vereinspräsident und spätere SFV-Präsident Ralph Zloczower ist am Donnerstag im Alter von 93 Jahren verstorben. Das teilen die Berner und der Schweizerische Fussballverband am Freitag mit.
Zloczower übernahm das YB-Präsidium im Februar 1973. Die wirtschaftliche Lage des Clubs war damals äusserst prekär. Unter dem Berner Juristen fing sich YB nach und nach – etwa auch dank Backstein-Aktionen zur Klub-Finanzierung.

1977 holte YB den ersten grossen Titel der Zloczower-Ära mit einem Cupsieg gegen den FC St.Gallen. 1980 folgte Ruedi Bär im Präsidium auf Zloczower, der dem Klub aber über seinen Abschied als Präsident hinaus verbunden blieb.
Prägende Figur auch auf nationaler Ebene
Von 1982 bis 1989 amtete der Berner am Rekursgericht der Nationalliga, anschliessend in deren Komitee. 1995 wurde er zum Präsidenten des Nationalliga-Komitees gewählt. Sechs Jahre später folgte er Marcel Mathier als Präsident des Schweizerischen Fussballverbands nach.
In seine Ägide fällt neben den Teilnahmen an der EM 2004 und WM 2006 auch ein besonderer Erfolg: Ihm gelang es, die EM 2008 in die Schweiz (und nach Österreich) zu holen. Zudem amtete er in verschiedenen Gremien von Fifa und Uefa. Nach seinem SFV-Abschied 2009 blieb er dem Verband als Ehrenpräsident erhalten.

«Wir sind Ralph Zloczower äusserst dankbar dafür, dass er dem Schweizer Fussball mit juristischem Sachverstand, Verhandlungsgeschick und einem aussergewöhnlichen Beziehungsnetz national wie international Gehör und Ansehen verschafft hat. Dass die Schweiz 2008 EM-Co-Gastgeber sein durfte, wird für immer mit ihm verbunden sein», wird SFV-Zentralpräsident Peter Knäbel zitiert.










