Julius Bär

Julius Bär schreibt tieferen Gewinn nach hohen Wertberichtigungen

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Zürich,

Die Julius Bär-Gruppe hat im vergangenen Jahr wegen bereits früher angekündigten hohen Kredit-Wertberichtigungen einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Die verwalteten Vermögen stiegen dank der gut gelaufenen Finanzmärkte und weiteren Neugeldern hingegen auf neue Höchstwerte.

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Julius Bär schreibt tieferen Gewinn nach hohen Wertberichtigungen. - keystone

Der Zürcher Vermögensverwalter erzielte 2025 einen Konzerngewinn von 764 Millionen Franken nach 1,02 Milliarden Franken im Jahr davor. Belastet wurde das Ergebnis vor allem von Netto-Kreditverlusten über 213 Millionen Franken, zudem lastete der Verkauf des brasilianischen Inlandgeschäfts von Anfang 2025 auf dem Ergebnis.

Allerdings fielen die Kreditverluste tiefer aus als erwartet. Die Privatbank hat 2025 nach einer umfassenden Überprüfung ihres Kreditbuchs Wertberichtigungen von insgesamt 279 Millionen Franken angekündigt. Nun hat sie aber noch Gelder zurückerhalten, die aus dem umfangreichen Abschreiber von 2023 auf den Krediten der in Schieflage geratenen österreichischen Signa-Gruppe stammen dürften.

Der seit einem Jahr amtierende CEO Stefan Bollinger sprach vor den Medien von einem «wichtigen Übergangsjahr», in dem das Unternehmen Altlasten bereinigen konnte. Julius Bär sei damit auf dem richtigen Weg zur Erreichung seiner mittelfristigen Ziele.

Die Aktionäre der Privatbank sollen für das abgelaufene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende von 2,60 Franken je Aktie erhalten. Damit bleibt die Ausschüttung das fünfte Jahr in Folge auf dieser Höhe.

Keine Neuigkeiten gab es zur noch immer laufenden Untersuchung der Finanzmarktaufsicht Finma zum Signa-Debakel. Julius Bär habe auf den Zeitpunkt der Veröffentlichung keinen Einfluss, betonte Bolliger. Man habe aber eine sehr positive Beziehung zur Finma und verhalte sich gegenüber der Aufsichtsbehörde auch weiterhin sehr «proaktiv und transparent».

Der Abschluss der Finma-Untersuchung gilt als eine wichtige Voraussetzung für ein von vielen Investoren herbeigesehntes Aktienrückkaufprogramm.

Die verwalteten Vermögen (Assets under Management) stiegen auf einen neuen Höchstwert von 521 Milliarden Franken per Ende Jahr. Unterstützung kam dabei von der positiven Performance an den globalen Aktienmärkten, welche auch die negativen Auswirkungen des stärkeren Schweizer Frankens mehr als kompensieren konnte.

Dazu kam ein Neugeldzufluss von 14,4 Milliarden Franken oder 2,9 Prozent der verwalteten Vermögen. Gute Zuflüsse habe Julius Bär vor allem in Asien gesehen; aber auch in weiteren wichtigen Märkten wie Westeuropa und dem Nahen Osten konnte die Privatbank weitere Gelder anziehen, sagte Bollinger. Bis 2028 will Julius Bär den Netto-Neugeldzufluss auf 4 bis 5 Prozent der verwalteten Vermögen steigern.

Derweil hat die Bank ein im vergangenen Jahr angekündigtes Sparprogramm mit Bruttoneinsparungen von 130 Millionen Franken abgeschlossen. Das nächste Sparprogramm folgt allerdings bereits: Im Sommer hatte die Bank angekündigt, in der Periode 2026 bis 2028 weitere 130 Millionen einsparen zu wollen.

Trotz der Sparmassnahmen sei die Zahl der Arbeitsplätze in der Schweiz aber kaum zurückgegangen, betonte CEO Bollinger vor den Medien: Denn die Privatbank investiere hierzulande auch weiterhin in Talente. Vor Jahresfrist hatte die Bank noch von einem Abbau von rund 400 Stellen gesprochen. Ende 2025 beschäftigte Julius Bär knapp 7400 Angestellte, davon etwa 4000 in der Schweiz.

Am Aktienmarkt wurden die Jahresergebnisse mit Abschlägen aufgenommen: Gegen Mittag lagen die Julius-Bär-Aktien um 1,2 Prozent im Minus auf 62,88 Franken. Die Aktien der Privatbank waren in den vergangenen Monaten allerdings bereits deutlich gestiegen und hatten Mitte Januar gar ein Allzeithoch erreicht.

Kommentare

User #3310 (nicht angemeldet)

Die 2.60 CHF pro 63 CHF Aktie sind immerhin 4%.

User #3310 (nicht angemeldet)

Bei einem Vermögen von 512 Milliarden wollen sie nur einen Gewinn von popligen 800 Millionen gemacht haben? Selbst wenn sie nur 1% auf die 512 Milliarden erwirtschaftet haben, hätten sie eigentlich 5 Milliarden Gewinn ausweisen müssen. 4 Milliarden hat sich also jemand vom Managment eingesteckt.

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