Energie

IEA-Chef schlägt Alarm wegen drohender Energie-Krise

Maja Bojic
Maja Bojic

Belgien,

Der IEA-Chef Fatih Birol warnt vor womöglich schwerster Energie-Krise seit Jahrzehnten und ruft zu globaler Koordination in der Energieversorgung auf.

IEA-Chef Fatih Birol
Der IEA-Chef betonte, dass die knappe Ölversorgung zunehmend Risiken für Industrie und Verbraucher weltweit schafft. - keystone

Der Chef der Internationalen Energieagentur IEA, Fatih Birol, warnt vor einer womöglich schwersten Energie-Krise seit Jahrzehnten. Auslöser ist der eskalierende Konflikt im Nahen Osten, der zentrale Lieferketten massiv beeinträchtigt.

Wie «Reuters» berichtet, bezeichnete Birol die aktuelle Lage als «sehr schwerwiegend» und sprach von einer aussergewöhnlichen Zuspitzung. Die Auswirkungen könnten laut ihm die gesamte Weltwirtschaft treffen und kein Land verschonen.

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Im Zentrum der Krise stehen massive Ausfälle bei der globalen Ölversorgung infolge der angespannten Lage rund um Hormus. Dort wurden laut Birol bereits rund 11 Millionen Barrel Öl pro Tag vom Markt genommen.

Krise übertrifft historische Öl Schocks

Die aktuellen Ausfälle übersteigen laut Birol sogar die beiden grossen Ölkrisen der 1970er-Jahre zusammen. Damals gingen jeweils etwa fünf Millionen Barrel täglich verloren, während heute deutlich höhere Mengen betroffen sind.

Auch die Nachrichtenagentur «Associated Press» berichtet, dass Birol die Situation als grosse Bedrohung für die Weltwirtschaft einstuft. Er warnte, dass die Krise gravierender sei als frühere Energie Schocks und sich global auswirken werde.

Neben Öl ist auch die Gasversorgung erheblich beeinträchtigt, was die Lage zusätzlich verschärft und mehrere Energiemärkte gleichzeitig belastet. Die Engpässe betreffen laut Experten sowohl Industrie als auch private Haushalte in zahlreichen Regionen.

IEA prüft weitere Notmassnahmen

Die IEA steht derzeit im Austausch mit Regierungen über mögliche weitere Freigaben strategischer Ölreserven zur Stabilisierung der Märkte. Solche Massnahmen könnten kurzfristig helfen, gelten jedoch nicht als dauerhafte Lösung.

Bereits zuvor hatten Mitgliedstaaten rund 400 Millionen Barrel aus Notreserven freigegeben, um den Preisdruck zu mindern. Birol betonte laut «Reuters», dass strukturelle Probleme dadurch jedoch nicht gelöst werden können.

Öl
Der IEA-Chef warnte, dass steigende Ölpreise die globale Wirtschaft erheblich unter Druck setzen könnten. (Symbolbild) - keystone

Als zentraler Faktor gilt die anhaltende Störung wichtiger Transportwege im Nahen Osten, insbesondere der Strasse von Hormus. Eine Stabilisierung der Lage hängt laut Experten entscheidend von der Wiederöffnung dieser Route ab, wie das «Wall Street»-Journal schreibt.

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