Auswilderung soll Schweizer Bartgeier-Population stärken
Zwei junge Bartgeier sind im Kanton Obwalden am Montag in die Freiheit entlassen worden. Die Jungtiere wurden von der Stiftung Pro Bartgeier in einer auf 2200 Meter über Meer gelegenen Nische bei der Melchsee-Frutt ausgesetzt.

De Auswilderung im eidgenössischen Wildtierschutzgebiet Huetstock sei ohne Probleme verlaufen, sagte Daniel Hegglin, Geschäftsführer der Stiftung Pro Bartgeier, am Montag der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Sie hätten bereits gefressen und seien nun ihr neues Zuhause am Erkunden.
Die Jungvögel heissen Joschi und Wildi. Sie sind männlich, rund drei Monate alt und noch nicht flügge. Sie lernen das Fliegen ohne Eltern. Die Bartgeier werden in ihren ersten Wochen in Freiheit überwacht.
Der Bartgeier, der sich vor allem von Knochen toter Huftiere ernährt, war lange zu Unrecht als Lämmerdieb verschrien. 1913 war er im ganzen Alpenraum ausgerottet.
Seit 1991 wurden in der Schweiz 56 junge Geier ausgewildert, 18 davon seit 2015 bei der Melchsee-Frutt. Nach Angaben der Stiftung Pro Bartgeier gibt es in der Schweiz derzeit 35 erfolgreiche Brutpaare.
Dass weiterhin Jungvögel ausgewildert werden, liegt daran, dass die genetische Vielfalt der Bartgeierpopulation gering ist und die Gefahr von Inzucht besteht. Man habe deswegen eine neue fünfjährige Phase mit gezielten Auswilderungen in Obwalden gestartet, teilte die Stiftung Pro Bartgeier mit.
Die beiden ausgewilderten Jungvögel wurden gezielt aus Zuchtlinien ausgewählt, die im Wildbestand selten vertreten sind. Das eine Tier stammt aus der österreichischen Eulen- und Greifvogelstation Haringsee, das andere aus dem spanischen Wildtierzentrum Vallcalent.
Die beiden Vögel hatten die letzten Tage im Natur- und Tierpark Goldau SZ verbracht. Dort wurden sie mit einem GPS-Logger ausgestattet, so dass sie auch überwacht werden können, nachdem sie ausgeflogen sind.






