EU

EU-Kommission senkt Wachstumsprognose für Eurozone deutlich

Keystone-SDA
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Belgien,

Die EU-Kommission hat ihre Wachstumsprognose für die Eurozone wegen der Folgen des Konflikts im Nahen Osten deutlich gesenkt. Der Krieg treibe die Energiepreise und damit die Inflation in Europa wieder nach oben, teilte die Brüsseler Behörde am Donnerstag mit. Die Schweiz dürfte aufgrund des starken Frankens weniger stark von der Inflation betroffen sein.

EU-Flagge
EU-Flagge - AFP

Für die 21 Länder der Währungsunion rechnet die Kommission im laufenden Jahr nur noch mit einem Anstieg des Bruttoinlandprodukts (BIP) um 0,9 Prozent. Im November hatte sie noch ein Plus von 1,2 Prozent erwartet. Gegenüber dem Vorjahr würde die Eurozone damit rund einen halben Prozentpunkt an Wachstum einbüssen.

Besonders stark dürfte sich die Konjunktur in Deutschland abschwächen. Für die grösste Volkswirtschaft der Eurozone erwartet Brüssel nun nur noch ein Wachstum von 0,6 Prozent, halb so viel wie im Herbst prognostiziert. Frankreich dürfte mit einem Plus von 0,8 Prozent etwas glimpflicher davonkommen. Zuvor war die Kommission dort von 0,9 Prozent ausgegangen.

Grund für die schlechteren Aussichten ist nach Angaben der EU-Kommission der starke Anstieg der Öl- und Energiepreise infolge des Kriegs im Nahen Osten. Die Inflation in der Eurozone dürfte demnach in diesem Jahr auf 3,0 Prozent steigen. Bislang hatte Brüssel mit 1,9 Prozent gerechnet.

Die Prognosen bleiben nach Einschätzung der Kommission jedoch mit erheblichen Risiken behaftet. Entscheidend sei die weitere Entwicklung im Nahen Osten. Brüssel hatte bereits Anfang März vor einem möglichen «schweren Stagflationsschock» gewarnt, also vor der Kombination aus schwachem Wachstum und hoher Inflation.

Die Europäische Kommission erstellte ebenfalls Prognosen für Drittstaaten wie etwa jene mit Kandidatenstatus, grössere Weltwirtschaften und die Staaten der Europäischen Freihandelsassoziation (Efta). Zur letzten Gruppe gehört auch die Schweiz.

Für das Jahr 2027 rechnet Brüssel mit einem Wirtschaftswachstum von 1,25 Prozent für die Schweiz. Das bei einer Inflationsrate von weniger als einem Prozent. Letztere dürfte aufgrund der hohen Energiepreise leicht zunehmen, wobei der starke Franken den Anstieg dämpfen könnte, war dem Bericht der Kommission zu entnehmen.

Der starke Franken sowie die schwache Nachfrage dürften aber auch die Exporte aus der Schweiz dämpfen. Gemäss der Europäischen Kommission könnte die Arbeitslosenquote in der Schweiz leicht steigen.

In der Eurozone verstärkt die Krise zugleich Forderungen nach einer Lockerung der EU-Budgetregeln. Besonders Italien drängt auf mehr Spielraum. Die Kommission legt im Juni ihre halbjährliche Bewertung der öffentlichen Finanzen der Mitgliedstaaten vor.

Trotz der erwarteten Verschlechterung von Defiziten und Schulden hält Brüssel an seiner Linie fest. Die Mitgliedstaaten sollten Hilfsmassnahmen für Unternehmen und Konsumenten zur Abfederung der Energiepreise so weit wie möglich begrenzen.

Kommentare

User #4190 (nicht angemeldet)

Der EU geht es schon vor dem Nah Ost Konflikt grotten schlecht. Nur mal die Prognosen von Markus Krall oder Dominik kettner hören.

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