Auch nach der Aufhebung der Corona-Massnahmen wird in der Schweiz verbreitet in den eigenen vier Wänden gearbeitet. Der Trend einer hybriden Arbeitsform setzt sich dabei immer mehr durch.
Coronavirus
In vielen Firmen bleibt das Homeoffice teilweise erhalten. - Fabian Strauch/dpa/dpa-tmn

Konkret würden aktuell 75 Prozent der Berufstätigen, bei denen Homeoffice vom Job her grundsätzlich möglich ist, zumindest teilweise zu Hause arbeiten. Zu diesem Befund kommt die am Mittwoch publizierte Umfrage der Marketagent.com Schweiz AG im Auftrag des Immobiliendienstleisters Steiner. Weitere 16 Prozent möchten lieber nur im Büro arbeiten und bei 9 Prozent lässt die Firma Homeoffice nicht zu.

Ob Homeoffice bleibt oder nicht, sei daher nicht die Frage: «Die Herausforderung für Unternehmen liegt nicht mehr darin, Homeoffice grundsätzlich zu ermöglichen, sondern das Homeoffice-Pensum so zu definieren, dass die Mitarbeitenden zufrieden sind und die Arbeitsqualität steigt», sagte Studienleiterin Jaqueline Rütter anlässlich einer Videokonferenz.

Nicht zu beobachten sei indes, dass die Nachfrage nach Büroflächen stetig abnimmt, betonte Steiner-Co-CEO Michael Schiltknecht, im Gegenteil: «Die Unternehmen sind vermehrt darauf erpicht, ihren Mitarbeitenden qualitativ hochstehende Flächen möglichst in Zentrumsnähe anzubieten».

Damit soll die noch verbleibende Aufenthaltsdauer im Büro produktiver gestaltet werden. Der Bereitstellung von offenen und kommunikativen Räumen in den Büros werde daher mehr Platz eingeräumt als zuvor, sagte Schiltknecht.

Grundsätzlich würden von den aktuell im Homeoffice tätigen Befragten nur noch 17 Prozent ausschliesslich von zu Hause aus arbeiten. In der im April 2021 durchgeführten Befragung lag dieser Anteil noch bei 28 Prozent. Nun würden mehr als die Hälfte der Befragten maximal die Hälfte der Arbeitszeit in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus arbeiten.

Dies könnte teilweise auch damit erklärt werden, dass die Unterstützung von Homeoffice seitens der Unternehmen in Form von finanziellen oder anderen Beiträgen gering ausfalle, führte Rütter weiter aus. Denn bereits jeder zehnte Befragte gab an, dass die Homeoffice-Tätigkeit als finanzielle Benachteiligung angesehen wird.

Konkret erhält die Mehrheit (64%) keine Unterstützung durch die Unternehmen für das Arbeiten zu Hause. Nur 9 Prozent haben eine Homeoffice-Pauschale zur freien Verwendung erhalten. Bei 6 Prozent werden etwa Strom- oder Telefonrechnungen übernommen. Knapp ein Viertel erhielt hingegen zumindest technische Büroausstattung wie Bildschirme oder Tastaturen.

Auffällig zudem: Männer arbeiten häufiger gelegentlich im Homeoffice (81%) als Frauen (66%). Die Studienautoren erklären dies damit, dass Frauen häufiger bei Unternehmen arbeiten, die diese Arbeitsform nicht zulassen. Für die Untersuchung wurden in der zweiten Februar-Hälfte 2022 gut 1000 Personen befragt.

Mehr zum Thema:

Coronavirus