Klimawandel

    Hochgelegene Ferienorte profitieren doppelt vom Klimawandel

    Keystone-SDA
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    Engadin,

    Die zunehmende Sommerhitze verändert das Reiseverhalten Herr und Frau Schweizer bei Ferien in der Heimat. Während die Städte unter hohen Temperaturen leiden, profitieren Bergdestinationen wie St. Moritz von der Nachfrage nach kühleren Ferienorten.

    St. Moritz trägt am meisten zum Ressourcenausgleich bei. (Archivbild)
    St. Moritz kann vom Klimawandel profitieren. - KEYSTONE/ARNO BALZARINI

    Besonders deutlich zeigte sich dies im Juli. Die Logiernächte von Schweizer Gästen stiegen in den alpinen Gebieten um 9 Prozent, wie BAK Economics am Dienstag an einer Medienkonferenz erklärte. In den Städten und übrigen Regionen ging die Nachfrage dagegen zurück.

    «Je höher eine Gemeinde liegt, desto stärker ist die Nachfrage gewachsen», sagte BAK-Tourismusexperte Simon Flury. Besonders stark profitierten Orte wie Zermatt, St. Moritz und Davos. In Gemeinden über 1600 Metern nahmen die Logiernächte von Schweizer Gästen im Juli um 11 Prozent zu. Zwischen 500 und 800 Metern gingen sie dagegen um 4 Prozent zurück.

    Entscheidend sei die also Höhenlage, so Flury. Zwar verzeichneten auch Destinationen mit attraktivem Wanderangebot hohe Zuwächse. Vergleiche zwischen Orten auf ähnlicher Höhe hätten jedoch gezeigt, dass vor allem die kühleren Temperaturen die Nachfrage begünstigten.

    «Schweizer Gäste können ihre Ferien vergleichsweise kurzfristig planen und bei grosser Hitze spontan in die Berge ausweichen», so Flury weiter. Bei internationalen Gästen sei dies bislang kaum erkennbar gewesen, da sie ihre Reisen meist länger im Voraus buchten.

    Längerfristig könnte der Klimawandel die Wettbewerbsposition der Bergdestinationen weiter stärken. Hoch gelegene Ferienorte seien dabei doppelt im Vorteil, sagte Flury. «Im Sommer bieten sie kühlere Temperaturen und im Winter eine höhere Schneesicherheit.»

    Für die Städte sind zunehmende Hitzewellen dagegen eine Herausforderung. Gerade Gäste aus den USA und den Golfstaaten erwarteten klimatisierte Hotelzimmer. Entsprechende Anpassungen würden teilweise durch regulatorische Vorschriften erschwert.

    Ob der Schweizer Tourismus insgesamt von diesem Trend profitiert, bleibt laut Flury offen. So könnten Urlauber statt ans Mittelmeer künftig vermehrt in die Schweizer Alpen reisen. Sie könnten ihre Mittelmeerferien aber auch in die kühleren Frühlings- oder Herbstmonate verlegen.

    Zudem konkurriere die Schweiz mit nordeuropäischen Reisezielen. Entscheidend sei deshalb, wie gut sich die Destinationen an die veränderten klimatischen Bedingungen anpassen könnten.

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