Migros-Personal ist nach Einheits-Plan «äusserst beunruhigt»
Die Migros baut um. Langfristig dürften dadurch auch Stellen wegfallen. Mitarbeitende zeigen sich besorgt.

Das Wichtigste in Kürze
- Die interne Migros-Fusion könnte laut Medienberichten bis zu 3000 Stellen kosten.
- Die Migros schliesst einen Abbau nicht aus.
- Die Unia verlangt einen Entlassungsschutz über 2028 hinaus und einen starken Sozialplan.
Die Migros fusioniert ihre zehn Regionalgenossenschaften und den Genossenschaftsbund zu einer einzigen Gruppengenossenschaft.
Noch müssen die Genossenschafterinnen und Genossenschafter den Entscheid absegnen – das Personal zittert aber schon jetzt.
Der Kaufmännische Verband ist seit 1983 Sozialpartner der Migros. Michael Lang, Leiter der Sozialpartnerschaft, lässt via Communiqué ausrichten: «Diese Transformation der Migros hat sich in den letzten drei Jahren abgezeichnet, der Zeitpunkt hingegen überrascht uns doch.»
3000 Stellen könnten wegfallen
Als Sozialpartner werde der Verband den Prozess verfolgen und sich für die Mitarbeitenden einsetzen. So stehen die Erneuerung des Gesamtarbeitsvertrags sowie des Sozialplans an.
Die Migros verkündete am Montag, ein Stellenabbau stehe nicht im Vordergrund. Bis Mitte 2028 soll es zudem keine Entlassungen aufgrund der neuen Struktur geben. Die «Sonntagszeitung» sprach hingegen davon, dass durch den Mega-Umbau 3000 Stellen wegfallen könnten.
Lang verweist darauf, dass Synergieeffekte und der Abbau von Doppelspurigkeit langfristig zu einem geringeren Personalbedarf in der Verwaltung führen dürfte. «Ob die Entwicklung alleine über die natürliche Fluktuation aufgefangen werden kann, würde ich zum heutigen Zeitpunkt offenlassen.»
Unia fordert Entlassungs-Verzicht auch nach 2028
Noch schärfer sind die Worte der Unia, die als grösste Gewerkschaft im Detailhandel keine Sozialpartnerin der Migros ist.
Auf Nau.ch-Anfrage sagt Sprecherin Amal Osman: «Diese Restrukturierung ist für die Mitarbeitenden äusserst beunruhigend. Sie bedeutet eine lange Phase der Unsicherheit, die den ohnehin schon hohen Arbeitsdruck weiter verschärfen dürfte.»
Für die Unia sei klar: «Dieser Wandel darf keinesfalls auf dem Rücken des Personals ausgetragen werden.»
Die Gewerkschaft fordert langfristige Garantien, einen starken Sozialplan sowie einen Verzicht auf Entlassungen auch über 2028 hinaus.
Migros kann Stellenabbau nicht ausschliessen
Die Migros gibt auf Nau.ch-Anfrage zu: «Ein Stellenabbau ist nicht das Ziel dieses Projekts, kann aber nicht ausgeschlossen werden.»
Für die meisten der über 90’000 Angestellten ändere sich aber nichts. «Veränderungen betreffen nicht Mitarbeitende auf den Verkaufsflächen, sondern vor allem Strukturen in der Verwaltung und im Management.»
Die Migros betont ihre soziale Verantwortung. «Wenn immer möglich strebt die Migros für die Mitarbeitenden Anschlusslösungen in der Gruppe an.»
Gleichzeitig betont der Konzern: «Langfristig soll die Gruppengenossenschaft Stellen sichern und weitere Expansion ermöglichen, also zusätzliche Stellen schaffen.»
Bis 2030 soll es weitere 140 Filialen geben.















