Gold – Fondsmanager erwarten weitere Rekorde
Gold liegt unter dem Januarrekord, doch Fondsmanager erwarten trotz steigender US-Anleiherenditen neue Höchststände.

Der Goldpreis hat seit seinem Rekordhoch im Januar deutlich nachgegeben. Trotzdem rechnen mehrere Fondsmanager mit neuen Höchstständen, wie «Der Aktionär» berichtet.
Charlotte Yonge von Troy Asset Management erwartet einen neuen Rekord innerhalb von zwölf bis 18 Monaten. Paul Carne von Aon Investments rechnet ebenfalls innerhalb der kommenden zwei Jahre mit neuen Höchstständen.
Am 14. Oktober lag der Goldpreis bei rund 4093 US-Dollar je Feinunze. Damit notierte das Edelmetall etwa 26 Prozent unter seinem Rekordhoch von 5595 Dollar vom 28. Januar 2026.
Steigende Anleiherenditen setzen Gold unter Druck
Als wesentlichen Belastungsfaktor nennt die «Morningstar» steigende Renditen amerikanischer Staatsanleihen. Höhere Realzinsen machen verzinsliche Anlagen attraktiver, während Gold keine laufenden Erträge abwirft.
Die Renditen zehn- und dreissigjähriger US-Staatsanleihen erreichten Anfang Oktober 5,35 beziehungsweise 5,72 Prozent. Beide Werte lagen damit auf dem höchsten Stand seit 24 Jahren.
Trotz der Preisrückgänge blieb Gold bei Anlegern gefragt. Laut der «Morningstar» verzeichneten globale Gold-ETFs im September Zuflüsse von 6,8 Milliarden Dollar und Bestandszuwächse von über 70 Tonnen.
China kauft trotz Kursverlusten weiter Gold
Auch die chinesische Zentralbank baute ihre Reserven weiter aus. Nach Angaben von «finanzen.net» kaufte sie im September 23 Tonnen Gold und erhöhte ihre Bestände damit auf 2410 Tonnen.
Chinesische Gold-ETFs verzeichneten im selben Monat Zuflüsse von elf Tonnen und erreichten einen Rekordbestand von 304 Tonnen. Gleichzeitig sank die chinesische Grosshandelsnachfrage im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 21 Prozent auf 234 Tonnen.
Für die weitere Entwicklung spielt die US-Notenbank Federal Reserve eine wichtige Rolle. Der «Morningstar» zufolge stiegen die US-Verbraucherpreise im September um 0,6 Prozent, die Kerninflation um 0,3 Prozent.
Inflation bleibt ein entscheidender Einflussfaktor
Anhaltender Inflationsdruck könnte weitere Zinserhöhungen begünstigen und das Edelmetall belasten. Rick de los Reyes von T. Rowe Price sieht darin ein wesentliches Abwärtsrisiko, da steigende Realzinsen den US-Dollar gegenüber Gold stärken können.
Ned Naylor-Leyland erwartet einen langfristigen Aufwärtstrend, sofern Fed oder Finanzministerium die Anleiherenditen begrenzen. Peter Kinsella von Union Bancaire Privée rechnet kurzfristig mit einer vergleichsweise engen Handelsspanne.

Am 28. Oktober steht die nächste Zinsentscheidung der Federal Reserve an. Am 29. Oktober sollen die US-PCE-Inflationsdaten veröffentlicht werden, die weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs liefern dürften.












