Glyphosat

Glyphosat-Streit drückt Bayer noch tiefer in die Verlustzone

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Deutschland,

Beim deutschen Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer ist der Verlust wegen Glyphosat-Klagen gegen seine US-Tochter Monsanto deutlich gewachsen. Der Verlust lag 2025 bei rund 3,6 Milliarden Euro.

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Das Logo der Bayer AG. - Keystone

Damit lag er rund 1,1 Milliarden Euro höher als im Vorjahr, wie der Hersteller des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup mitteilte.

Im Februar hatte Bayer einen Sammelvergleich mit Klägern geschlossen und daraufhin seine Rückstellungen um vier Milliarden Euro erhöht. Der Deal umfasst Zahlungen von maximal 7,25 Milliarden US-Dollar über bis zu 21 Jahre. Diese finanzielle Last zieht die Firma jetzt noch tiefer in die roten Zahlen.

Operativ lief es im vergangenen Jahr alles in allem mittelmässig. Der Umsatz des Konzerns, der neben Saatgut und Unkrautvernichtern auch Medikamente verkauft, sank um 2,2 Prozent auf 45,6 Milliarden Euro. Währungsbereinigt, also ohne die Kursverluste des Dollars, wäre es ein Plus von 1,1 Prozent gewesen.

An der Börse sorgt das Thema Glyphosat weiter für Bauchschmerzen. Ab November ging es zwar deutlich bergauf, nach der Bekanntgabe des Sammelvergleichs in den USA Mitte Februar sackte der Aktienkurs aber wieder ab. Mit Sprüchen wie «Gesundheit für alle, Hunger für niemanden» rührt Bayer-Chef Bill Anderson zwar die Werbetrommel für seine Medikamente und sein besonders resistentes Saatgut – doch viele Analysten und Anleger denken bei Bayer reflexhaft an den schier endlosen Glyphosat-Streit.

Bekommt das Unternehmen seine Rechtsrisiken endlich in den Griff? Die Vereinbarung mit der Klägerseite ist bislang nicht in trockenen Tüchern, es fehlt noch die Zustimmung eines Gerichts in St. Louis, Missouri. Bald könnte es so weit sein. «Es geht nur noch um Tage», sagte Anderson. Man sei weiter zuversichtlich. «Wir erwarten die Entscheidung des Richters und sind auf alle Szenarien vorbereitet.»

Ausserdem hofft das Management auf ein positives Grundsatzurteil des obersten US-Gerichts. Dieses wird im Juni erwartet.

In den US-Klagen führten Kläger Krebserkrankungen auf Glyphosat zurück. Die zur Weltgesundheitsorganisation gehörende Internationale Krebsforschungsagentur hatte den Wirkstoff, der in dem Unkrautvernichter-Produkt Roundup enthalten ist, als «wahrscheinlich krebserregend beim Menschen» eingestuft; andere Einrichtungen der WHO waren anderer Ansicht, und auch europäische Einrichtungen folgten dieser kritischen Einstufung nicht.

«Die Sicherheit von Glyphosat wird von den Regulierungsbehörden eindeutig bestätigt – und zwar in mehr als 50 Ländern, inklusive der USA, Kanada und den Ländern in Europa», sagte Anderson. Glyphosat sei für Landwirtschaft und Ernährung «essenziell». «Es hilft dabei, Kohlendioxid im Boden zu halten und sichert Ernten vor Unkräutern.»

Auf die Frage, warum man sich denn überhaupt auf den Vergleich einlasse, wenn man von der Sicherheit des Produktes so überzeugt sei, sagte der CEO, die Rechtsstreitigkeiten könnten sich noch lange hinziehen und die Firma belasten. «Das muss aufhören, die Firma muss vorankommen.»

In der Bayer-Belegschaft hat die Krise der vergangenen Jahre Spuren hinterlassen. Zum Jahreswechsel hatte der Konzern rund 88'000 Beschäftigte und damit 5000 weniger als ein Jahr zuvor. Als die Einführung einer neuen Organisationsstruktur samt Stellenabbau im Jahr 2023 begann, waren es 100'000 Beschäftigte.

In diesem Jahr soll die neue Organisationsstruktur zu Einsparungen von zwei Milliarden Euro führen, dies im Vergleich zum Jahr 2023. Man habe Bürokratie abgebaut, sagte die Bayer-Personalchefin Heike Prinz. Das neue Organisationsmodell mit weniger Hierarchien soll die Produktivität des Konzerns deutlich steigern.

Dieses Jahr rechnet Bayer mit einer stabilen Geschäftsentwicklung. Bereinigt um Währungseffekte – also auf Basis der monatlichen Durchschnittskurse des Jahres 2025 – sieht Bayer den Umsatz 2026 bei 45 bis 47 Milliarden Euro und das operative Ergebnis bei 9,6 bis 10,1 Milliarden Euro – die letztjährigen Werte liegen im Zielkorridor für dieses Jahr.

Gravierende Folgen des Iran-Kriegs auf sein Geschäft muss Bayer nicht fürchten. «Wir sind nicht stark abhängig von Drehkreuzen im Mittleren Osten für unsere Lieferketten, wir sehen also keine Lieferunterbrechungen auf uns zukommen», sagte Anderson.

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