Krebs entsteht häufiger durch Übergewicht als vermutet
Krebs könnte häufiger durch Übergewicht verursacht werden als bislang angenommen, zeigt eine neue DKFZ-Analyse.

Mehr als jede zehnte Krebserkrankung könnte mit überschüssigem Körperfett zusammenhängen, zeigt eine neue DKFZ-Analyse. Besonders stoffwechselaktives Bauchfett steht laut «NetDoktor» mit Entzündungsprozessen und anderen krebsfördernden Mechanismen in Verbindung.
Laut DKFZ wurden dafür Daten von mehr als 458'000 Erwachsenen aus der britischen UK Biobank ausgewertet. Die Forschenden kommen zum Schluss, dass der Anteil von Übergewicht und Adipositas an Krebsfällen bisher deutlich unterschätzt wurde.
Die Studie basiert auf präziseren Massen für Körperfett und berücksichtigt methodische Verzerrungen. Demnach könnten mehr als zehn Prozent aller Krebserkrankungen auf erhöhtes Körpergewicht zurückzuführen sein.
Bauchfett gilt als besonders riskant
Nach Angaben des DKFZ ist das Fettgewebe biologisch aktiv. Es beeinflusst den Stoffwechsel, produziert Botenstoffe und kann entzündliche Prozesse fördern.

Laut «Focus» kann überschüssiges Körperfett das Krebsrisiko über verschiedene biologische Mechanismen erhöhen. Dazu zählen chronische Entzündungen, veränderte Hormonspiegel und ein gestörter Zuckerstoffwechsel.
Viszerales Bauchfett gilt laut «Focus» als besonders problematisch, weil es chronische Entzündungsprozesse fördern kann. Die DKFZ-Analyse deutet darauf hin, dass der Beitrag überschüssigen Körperfetts zur Krebsentstehung bisher unterschätzt wurde.
Studie bewertet Übergewicht neu
Die Analyse passt zu früheren Bewertungen, nach denen Übergewicht bereits mit mehreren Krebsarten verbunden ist. Die neue Analyse deutet darauf hin, dass sein Einfluss bisher unterschätzt wurde, wie «Der Standard» schreibt.
Frühere Studien basierten laut «Der Standard» meist auf dem Body-Mass-Index als Mass für Übergewicht. Der Body-Mass-Index erfasst jedoch weder die Fettmenge noch deren Verteilung im Körper.
Die Forschenden der neuen Analyse verglichen Body-Mass-Index, Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis miteinander. Taillenumfang und Taille-Hüft-Verhältnis sagten das Krebsrisiko besser voraus als der Body-Mass-Index, schreibt «Focus».
Krebs kann das Körpergewicht früh beeinflussen
Der Zusammenhang zwischen Körperfett und Krebs war bei Frauen stärker als bei Männern. Bei Erwachsenen unter 60 Jahren fiel er ebenfalls stärker aus als bei älteren Personen, so «Focus».
Die Forschenden identifizierten zudem eine weitere Verzerrung früherer Studien. Viele Tumoren können bereits Jahre vor der Diagnose einen ungewollten Gewichtsverlust verursachen.
Dadurch erscheinen Betroffene in Studien schlanker, als sie ohne den Tumor gewesen wären, schreibt «Focus». Um diese Verzerrung zu verringern, schlossen die Forschenden die ersten Jahre nach Studienbeginn schrittweise aus der Auswertung aus.
Krebsprävention beginnt beim Körpergewicht
Für die Krebsprävention bleibt ein gesundes Körpergewicht ein wichtiger Faktor. Das DKFZ bezeichnet Übergewicht und insbesondere Adipositas als vermeidbare Krebsrisikofaktoren.

Die neue Analyse deutet laut DKFZ darauf hin, dass der Anteil übergewichtsbedingter Krebserkrankungen deutlich höher ist als bisher angenommen. Fettgewebe produziert Botenstoffe und Hormone, die chronische Entzündungen fördern und die Krebsentstehung begünstigen können.
















