Bayer gewinnt wichtigen Glyphosat-Rechtsstreit
Bayer erzielt vor dem Obersten Gericht der USA einen wichtigen Erfolg im Glyphosat-Streit. Das Urteil könnte Tausende Klagen erheblich beeinflussen.

Der Supreme Court entschied, dass Bayer wegen fehlender Krebswarnhinweise auf glyphosathaltigen Produkten künftig nicht mehr verklagt werden kann. Grundlage der Entscheidung sind einheitliche Kennzeichnungsvorgaben der amerikanischen Umweltbehörde EPA für zugelassene Pflanzenschutzmittel und deren Anwendung.
Das Urteil könnte Tausenden laufenden Verfahren die Grundlage entziehen und den langjährigen Rechtsstreit erheblich verändern. Bayer begrüsste die Entscheidung und verwies auf die Einschätzung der EPA zum Wirkstoff Glyphosat bei ordnungsgemässer Anwendung.
Wie «nd-aktuell» berichtet, stuft die Krebsforschungsagentur der Weltgesundheitsorganisation Glyphosat weiterhin als wahrscheinlich krebserregend für Menschen ein. Zwei Richter widersprachen deshalb der Mehrheitsentscheidung des Obersten Gerichts in diesem Grundsatzverfahren ausdrücklich.
Bayer und Glyphosat vor Gericht
Der Supreme Court stellte klar, dass Bundesrecht Vorrang vor Regelungen einzelner Bundesstaaten bei Kennzeichnungsvorschriften für Pflanzenschutzmittel besitzt. Damit könnten zahlreiche Klagen wegen angeblich fehlender Warnhinweise künftig nicht mehr erfolgreich weitergeführt werden.
Seit der Monsanto-Übernahme im Jahr 2018 sieht sich Bayer mit einer langjährigen Klagewelle in den Vereinigten Staaten konfrontiert. Für Vergleiche in zahlreichen Verfahren musste der Konzern bereits Beträge im zweistelligen Milliardenbereich bereitstellen.
Wie der «Deutschlandfunk» berichtet, erwartet Bayer nun eine deutliche Verringerung der Rechtsstreitigkeiten nach nahezu zehn Jahren juristischer Auseinandersetzungen. Der Konzern sieht darin mehr regulatorische Klarheit und bessere Planbarkeit für zukünftige Entwicklungen.
Aktie reagiert deutlich
An den Finanzmärkten wurde das Urteil als wichtiger Befreiungsschlag für den Leverkusener Chemie- und Pharmakonzern gewertet. Die Bayer-Aktie legte zeitweise um rund zwanzig Prozent zu und erreichte damit den höchsten Stand seit vier Monaten.

Seit der Übernahme von Monsanto im Jahr 2018 belasteten die Glyphosat-Verfahren die Börsenbewertung des Unternehmens erheblich und dauerhaft. Die milliardenschweren Rechtsrisiken sorgten über Jahre hinweg für Unsicherheit bei Investoren und beeinflussten die Kursentwicklung des Konzerns.
Wie das «Handelsblatt» berichtet, schloss die Bayer-Aktie letztlich mit einem Tagesplus von 18,7 Prozent und ihrem stärksten Anstieg seit 2003.
Marktbeobachter sehen darin ein Signal, dass Anleger das Urteil als wichtige Entlastung für Bayer bewerten.















