Flughafen Zürich baut Führung um - Kommerzchef wechselt nach Indien
Der Flughafen Zürich stellt seine Geschäftsleitung teilweise neu auf. Betriebschef Stefan Tschudin verlässt das Unternehmen Mitte 2027. Kommerzchef Stefan Gross wechselt nach Indien, wo er künftig eine führende Rolle beim neuen Flughafen Noida übernimmt.

Gleichzeitig wird die Organisation am Flughafen Zürich neu aufgestellt. Die Veränderungen sollen im Laufe des Jahres 2027 umgesetzt werden, wie der Flughafenbetreiber am Mittwoch mitteilte.
Tschudin arbeitet seit 2007 für den Flughafen und gehört seit 2017 der Geschäftsleitung an. Er verlasse das Unternehmen angesichts neuer strategischer Prioritäten im gegenseitigen Einvernehmen, hiess es.
Harziger Start in Indien
Gross, der seit 2016 das Geschäft mit Läden, Restaurants und weiteren Dienstleistungen am Flughafen Zürich leitet, wird künftig Verwaltungsratspräsident des Flughafens Noida bei der indischen Hauptstadt Neu-Delhi. Damit unterstreicht der Konzern die Bedeutung seines Geschäfts mit der indischen Tochter.
Der neue Flughafen dort hat im Juni den Betrieb aufgenommen. Allerdings läuft das Geschäft langsamer an als ursprünglich erwartet. Der Flughafen Zürich rechnet für Noida im laufenden Jahr noch mit einem Verlust auf Stufe des operativen Ergebnisses. 2027 soll die Gewinnschwelle erreicht werden. Längerfristig will der Konzern sein Auslandsgeschäft kräftig ausbauen.
Zusammenlegung von Sparten
Am Flughafen Zürich selbst übernimmt die bisherige Immobilienchefin Lydia Naef als neue Kommerzchefin die Verantwortung für das gesamte Geschäft ausserhalb des eigentlichen Flugbetriebs. Dazu gehören unter anderem die Vermietung und Bewirtschaftung von Immobilien, Einkaufsmöglichkeiten, Restaurants und weitere Dienstleistungen für Passagiere und Besucher.
Zudem wird die bisherige Immobiliensparte neu organisiert. Eine neue Abteilung soll sich künftig um Bauprojekte sowie den Betrieb und Unterhalt der Gebäude kümmern. Hintergrund sind die umfangreichen Bau- und Sanierungsarbeiten, die in den kommenden Jahren am Flughafen anstehen.
Die Suche nach neuen Geschäftsleitungsmitgliedern für den Flugbetrieb und die neue Bausparte beginnt in den kommenden Wochen, wie es in der Mitteilung heisst. Die Zahl der Mitglieder in der Konzernleitung soll unverändert bleiben.
Der Flughafen Zürich profitierte zuletzt von einer grossen Reiselust und erzielte im ersten Halbjahr 2026 einen Rekordgewinn. Allerdings belasten die hohen Kosten für den neuen Flughafen Noida in Indien das Ergebnis, weshalb der Konzern für das Gesamtjahr mit einem Gewinnrückgang rechnet.










