Flughafen Zürich: Wer Gepäck stehen lässt, muss mit Busse rechnen
Am Flughafen Zürich sorgt eine neue Durchsage für Aufsehen. Sie warnt davor, unbeaufsichtigte Gepäckstücke zurückzulassen. Sonst drohe eine Busse.

Das Wichtigste in Kürze
- Am Flughafen Zürich sind unbeaufsichtigte Gepäckstücke ein Problem.
- Deshalb wird in neuen Durchsagen auf die Bussen hingewiesen, die ein liegengelassenes Gepäckstück mit sich bringen kann.
- Denn: Allein 2025 musste der «Bomb-Squad» der Kantonspolizei Zürich auf dem Flughafengelände 4050 Mal ausrücken.
In weiten Teilen der Schweiz sind sie bereits vorbei oder enden diese Woche: die Herbstferien.
Es sind traditionell Ferien, bei denen viele Schweizerinnen und Schweizer sich ins Flugzeug setzen. Denn: Viele lassen um diese Jahreszeit in wärmeren Destinationen den Sommer ausklingen.
Das merkte man in den vergangenen Tagen auch am Flughafen Zürich. Am 4. Oktober fertigte dieser an einem Tag so viele Reisende ab wie noch nie zuvor.
Sage und schreibe 123’000 Menschen kamen in Zürich an oder flogen von dort ab. Das ist eine logistische Herausforderung – auch wegen dem Gepäck.
Durchsage am Flughafen Zürich: Busse droht!
Ein besonderes Problem: Immer wieder lassen Menschen ihre Gepäckstücke liegen – und sorgen damit am Flughafen Zürich für ein Sicherheitsproblem.
So sehr, dass sich der Flughafen zu einer neuen Durchsage gezwungen sieht. «Wer sein Gepäck unbeaufsichtigt lässt, muss mit einer Busse rechnen», tönt es nun regelmässig durch die Lautsprecher. Das hört Nau.ch vor Ort.
Ist das eine Neuerung?
Die Kantonspolizei Zürich erklärt auf Anfrage von Nau.ch: «Die Flughafenpolizei kann Passagiere schon seit Jahren wegen des unbeaufsichtigten Stehenlassens von Gepäckstücken büssen.»
Grund dafür sei die Sicherheit am Flughafen Zürich, so die Kantonspolizei weiter. Neu ist aber die Durchsage dazu.
Busse kostet mindestens 200 Franken
«Da eine massive Zunahme von Passagieren festgestellt wurde, die ihr Gepäck unbeaufsichtigt stehen liessen, wurde die Lautsprecherdurchsage ergänzt.»
Eine Busse betrage mindestens 200 Franken. Bei ausländischen Passagieren werde sie bei Verstössen direkt eingezogen.

Der Flughafen Zürich ergänzt gegenüber Nau.ch: «Bei den Bussen geht es nicht um verlorenes Gepäck. Sondern um unbeaufsichtigte Gepäckstücke oder verdächtige Gegenstände, die am Flughafen Zürich stehengelassen werden.»
Leute gehen in die Beiz – und lassen Gepäck einfach stehen
Dazu gehörten beispielsweise Gepäckstücke, die beim Einchecken, Anstehen oder an den Ticketautomaten für den Zug liegen gelassen würden.
Es handle sich teilweise auch um Übergepäck oder defektes Gepäck. Der Inhalt werde umgepackt, das Gepäckstück selber werde jedoch einfach stehengelassen.
Zudem gebe es Personen, die ihr Gepäck vor einem Geschäft oder Restaurant zurückliessen, um etwas konsumieren zu gehen.
«Bomb-Squad» rückte 4050 Mal aus
Für den Flughafen ein riesiges Problem, denn: «Jedes unbeaufsichtigte Gepäckstück beziehungsweise jeder verdächtige Gegenstand muss aus Sicherheitsgründen von der Kantonspolizei Zürich untersucht werden.»

Könne eine Gefahr nicht ausgeschlossen werden, müsse das Gepäckstück von Expertinnen und Experten des «Bomb-Squad» der Kantonspolizei untersucht werden.
Und das kommt nicht selten vor, wie der Geschäftsbericht der Kantonspolizei Zürich zeigt. 2025 rückte der «Bomb-Squad» ganze 4050 Mal aus, um Gepäckstücke zu kontrollieren.
Insgesamt wurden auf dem Flughafenareal in einem Jahr 6621 auffällige Gepäckstücke registriert.
Durchsagen sind neu – Bussen sind es nicht
Rücke der «Bomb-Squad» aus, könne das den Betrieb unter Umständen erheblich stören, erklärt der Flughafen Zürich. «Dazu muss im Extremfall ein Teilbereich abgesperrt oder evakuiert werden. Dies kann zu Verspätungen im Flugbetrieb führen.»

Um das zu verhindern, setze man nebst den Bussen «vor allem auf präventive Massnahmen». «Wir haben eine neue Awareness-Kampagne lanciert – mit Hinweisen und Verhaltensempfehlungen.»
Zudem werde demnächst ein neuer «Awareness-Film» abgespielt, so der Flughafen Zürich. «In diesem Zusammenhang weisen wir neu in den Durchsagen an die Passagiere auf die Bussen hin. Die Bussen selbst sind aber nicht neu.»















