Kerosin wird knapp – Bund öffnet die Pflichtlager
Wegen Lieferproblemen droht beim Kerosin ein Engpass in Zürich. Der Bund erlaubt Bezüge von bis zu 30'000 Kubikmetern aus den Pflichtlagern.

Der Bund öffnet die Pflichtlager, weil am Flughafen Zürich das Kerosin knapp zu werden droht, berichtet «Cash». Zwischen dem 15. Oktober und dem 1. November dürfen bis zu 30'000 Kubikmeter Kerosin bezogen werden.
Die freigegebene Menge entspricht exakt 6,5 Prozent der aktuell in der Schweiz vorhandenen Pflichtlagermenge an Kerosin. Mit diesem begrenzten Bezug aus den bestehenden Pflichtlagern soll der Markt gezielt gestützt werden.
Ausfälle und grosse Verspätungen im internationalen Güterverkehr auf der Schiene gefährden laut «aeroTELEGRAPH» die Versorgung am Flughafen Zürich. Wegen des tiefen Rheinpegels weichen weitere Güter auf die Bahn aus, die bereits stark belastet ist.
So angespannt ist die Lage bei Kerosin und Diesel
Laut dem «SRF» stuft die Landesversorgung die Versorgung mit Kerosin als gefährdet und jene mit Diesel als sehr angespannt ein. Die Lage halte seit März an, erklärt Roland Pfister, Delegierter für wirtschaftliche Landesversorgung des Bundes.
Zwei der drei Logistikachsen müssen funktionieren, damit die Versorgung in der Schweiz stabil bleibt. Nur die dritte Achse, die Pipeline zur Raffinerie in Cressier, habe funktioniert, sagt der Delegierte Pfister.
Wie das «SRF» berichtet, decken die Pflichtlager für Kerosin drei Monate ab, jene für Heizöl und Diesel viereinhalb. So lange reichen die Vorräte, wenn überhaupt kein Nachschub mehr in die Schweiz gelangen würde.
Bund erwartet bei Kerosin keinen akuten Mangel
«Man geht nicht davon aus, dass der Import komplett zum Erliegen kommt», sagt Pfister dem «SRF». Viele Transporte, die sonst über den Rhein laufen, könnten teilweise von der Bahn übernommen werden.

Würde es wirklich knapp, begännen die Massnahmen laut Pfister mit Sparappellen und könnten bis zu Verbrauchseinschränkungen reichen. Dass die Schweiz in eine echte Knappheit gerate, dafür gebe es aktuell keine Anzeichen, sagt Pfister.
Für tiefere Preise bei Diesel oder Heizöl gibt es derzeit keine Anzeichen. Ware aus den Pflichtlagern kostet gleich viel wie Treibstoff, der regulär auf dem Markt gehandelt wird.












