Neuer Fed-Chef lässt Leitzins unverändert

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    Kevin Warsh, der neue Chef der US-Notenbank, verändert den Leitzins nach seiner ersten Sitzung nicht.

    Fed Warsh Trump
    Warsh betont die Unabhängigkeit der Fed, während Trump weiterhin deutlich niedrigere Zinsen fordert. (Archivbild) - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die US-Notenbank lässt auch unter Kevin Warsh den Leitzins unverändert.
    • Auch der neue, von Trump unterstützte Chef stimmte nicht für eine Senkung.
    • Gründe sind die Energiekrise und die Inflationssorgen.

    Kevin Warsh, der neue, von Donald Trump vorgeschlagene Chef der US-Notenbank Fed, tastet den Leitzins noch nicht an. Er belässt ihn nach seiner ersten Sitzung weiterhin in der Spanne zwischen 3,5 bis 3,75 Prozent. Es ist das vierte Mal, dass der Leitzins in diesem Jahr nicht verändert wird.

    Der Zentralrat der Fed begründet den Entscheid mit der Energiekrise und den anhaltenden Inflationssorgen. Der Zentralbankrat stimmte geschlossen für eine erneute Zinspause. Nicht einmal der neue Fed-Chef Warsh wollte in seiner ersten Sitzung die von Trump geforderten Zinssenkungen durchsetzen.

    powell
    Jerome Powell ist nicht länger Vorsitzender der US-Notenbank. - keystone

    2025 hatte die Fed aus Sorge um den Arbeitsmarkt den Leitzins dreimal um jeweils einen Schritt (25 Basispunkte) gesenkt. Bei den bisherigen drei Sitzungen im laufenden Jahr legte sie dann Pausen ein. Angesichts der unsicheren Weltlage bei zugleich erhöhter Inflation rücken Zinssenkungen in weite Ferne – stattdessen scheint eine straffere Geldpolitik im Jahresverlauf wahrscheinlicher, um die Inflation in den Griff zu bekommen.

    Grund dafür sind die Folgen des Iran-Kriegs und die Blockaden in der Strasse von Hormus, durch die das weltweite Energieangebot deutlich eingeschränkt wurde. Entsprechend müssen Firmen derzeit viel mehr Geld für Öl, Gas und Dünger ausgeben. Das belegen auch die Mai-Zahlen in der grössten Volkswirtschaft: Für Energie musste 23,5 Prozent mehr gezahlt werden als vor einem Jahr. Besonders stark war der Anstieg der Benzinpreise. Der Kraftstoff hat sich etwa 40 Prozent verteuert.

    Zahl der Beschäftigten in den USA gestiegen

    Zudem war die Zahl der Beschäftigten in den USA im Mai überraschend um 172'000 gestiegen – fast doppelt so stark wie von Experten erwartet. Das lässt Zinssenkungen in weite Ferne rücken und stattdessen, wenn auch unwahrscheinlich, werden Zinserhöhungen wieder ein Thema werden.

    Jerome Powell war turnusgemäss im Mai als Chef ausgeschieden und als Mitglied in den Vorstand gewechselt. Er versperrt Trump damit die Möglichkeit, einen weiteren Kandidaten im Fed-Führungsgremium zu platzieren. Powell dürfte es Warsh zudem schwieriger machen, Zinssenkungen durchzubringen.

    Dieser sass einst schon im Fed-Vorstand. Warsh gilt eigentlich als «Inflation Hawk» und tendiert eher zu einer restriktiveren Geldpolitik, um die Inflation in den Griff zu bekommen. Der 56-Jährige soll sich allerdings laut US-Medien offen für niedrigere Leitzinsen gezeigt haben – zur Freude Trumps.

    Experten fürchteten Einfluss Trumps auf Zins-Entscheide

    Die Fed soll unabhängig von der Politik über den Leitzins entscheiden und damit einen Kompromiss zwischen Inflation und Vollbeschäftigung finden. Das Problem: Lockert die Fed das Zinsniveau, dürfte das die Inflation zusätzlich anheizen – das will sie vermeiden. Zuletzt lag die Inflation in den USA bei 4,2 Prozent und damit weit über dem von der Fed angestrebten Ziel von zwei Prozent.

    Ökonomen fürchten, dass Trump über Warsh erheblichen Einfluss auf derartige Entscheidungen nehmen und indirekt eine lockerere Geldpolitik forcieren könnte. Die eigentlich objektiven Zinsentscheidungen könnten damit politisch verfälscht werden. Trump dürfte genauestens darauf achten, wie sich sein Kandidat positioniert.

    Auch die Europäische Zentralbank hatte jüngst ihre Zinsen wegen Inflationssorgen erstmals seit 2023 angehoben. Sie hob den für Banken und Sparer wichtigen Einlagenzins um 0,25 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent an, um sich so gegen den Inflationsschub mit dem Iran-Krieg zu stemmen.

    Kommentare

    User #1715 (nicht angemeldet)

    Na, da wird der Dosenpfirsich wohl wieder mal kochen vor Wut! :-)

    User #5560 (nicht angemeldet)

    WUNDERBAR.

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