EZB-Rat schützt sich laut Lagarde durch Grösse vor politischem Druck
Christine Lagarde bezeichnet den 27-köpfigen EZB-Rat als Schutzschild, das politische Eingriffe einzelner Regierungen wirksam verhindert.

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, bezeichnete den 27-köpfigen EZB-Rat als Schutzschild gegen politische Eingriffe.
Sie erklärte, dass die breite Zusammensetzung des Rats es einzelnen Regierungen deutlich erschwert, Entscheidungen zu beeinflussen, wie die «finanzbusiness.de» berichtet.
Lagarde hob hervor, dass jedes Mitglied eigene Einschätzungen zu wirtschaftlicher Entwicklung, Geldpolitik und Risiken einbringt. Entscheidungen würden auf Basis von 27 fundierten Perspektiven getroffen, was die Unabhängigkeit der EZB zusätzlich stärkt.
EZB-Rat widersteht politischem Druck besser als Fed
Der EZB-Rat besteht aus dem sechsköpfigen Direktorium und den Chefs der nationalen Zentralbanken der 21 Euro-Länder. Dieses Gremium legt die Geldpolitik fest und bestimmt die wichtigsten Zinssätze
Experten bewerten die grosse Zahl der Ratsmitglieder als strukturellen Schutz vor Einfluss einzelner politischer Akteure. Keine Regierung könne über eine breite Koalition hinweg Entscheidungen leicht durchsetzen, erklärt eine «ECB Press Release».
Im internationalen Vergleich fällt der EZB-Rat besonders durch seine Grösse auf, so Lagarde. Die US-amerikanische Federal Reserve verfügt nur über zwölf stimmberechtigte Mitglieder, was politischen Druck deutlich einfacher gestalten könnte.
Politischer Druck bleibt Thema bei der EZB
EZB-Ratsmitglied Joachim Nagel warnte, dass geopolitische Konkurrenz politischen Druck auf Zentralbanken erhöhen könnte. Er betonte, dass Wachsamkeit notwendig sei, um die Institutionen nicht für kurzfristige fiskalische Interessen zu instrumentalisieren, berichtet die «finanzen.ch».

Lagarde zog einen klaren Vergleich zur politischen Einflussnahme auf andere Notenbanken und unterstrich die Stärken des europäischen Modells.
Sie liess offen, wie sich diese Dynamik angesichts geopolitischer Veränderungen künftig entwickeln könnte.















