EU

EU-Namensstreit: «Veggie-Burger» ok, «veganer Speck» ade

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Belgien,

Im Streit um die Namen für vegetarische Ersatzprodukte gibt es einen Kompromiss. So soll in der EU zwar Tofu-Wurst erlaubt sein, «veganer Speck» aber nicht.

eu
Im Namensstreit von vegetarischen Ersatzprodukten gibt es einen Kompromiss. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EU will die Regeln für die Namen vegetarischer Ersatzprodukte lockern.
  • So sollen nur Namen, die sich auf Tierarten oder Teilstücke beziehen, verboten sein.
  • Die Tofu-Wurst ist damit erlaubt, das Tofu-Rippchen aber nicht.

Es gibt einen Kompromiss: Burger ohne Fleisch dürfen in der EU weiter als «Veggie-Burger» verkauft werden. «Veganer Speck», «Tofu-Rippchen» oder «Hühnchen» ohne Fleisch müssen aber umbenannt werden.

Die Namen «Veggie-Burger» und «Tofu-Wurst» müssen nicht von Speisekarten in der EU verschwinden. Darauf einigten sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments in Brüssel, wie Verhandlungsteilnehmer der Deutschen Presse-Agentur bestätigten. Andere vegetarische Produkte dürfen aber künftig nicht mehr etwa als «Veggie-Hühnchen» oder «Tofu-Rippchen» beworben werden.

eu
Die EU streitet über die Namen von fleischlosen Ersatzprodukten. - keystone

Der Kompromiss muss noch formell vom Europaparlament und den europäischen Staaten angenommen werden. Er ist das Ergebnis langer Verhandlungen.

Europäische Abgeordnete hatten im vergangenen Jahr ein Verbot von Begriffen wie «Tofu-Wurst», «Soja-Schnitzel» oder «Veggie-Burger» für vegetarische Produkte ins Spiel gebracht. Dies wurde mit dem Schutz von Verbrauchern und Landwirten begründet.

Bislang dürfen typische Bezeichnungen für Fleischprodukte auch für pflanzliche Alternativen verwendet werden. Dies soll nach der Einigung nun auch weiter grundsätzlich möglich sein.

Tabu sind laut Vertretern des Parlaments aber Bezeichnungen, die sich auf Tier- bzw. Fleischarten und einzelne Teilstücke («Cuts») beziehen: zum Beispiel Geflügel, Rindfleisch, Rippchen, Schulter, Kotelett oder Speck.

Deutschland klar gegen das Verbot

Der Kompromiss greift damit den ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission wieder auf, den das Europaparlament deutlich verschärft hatte. Konkret sollten demnach Begriffe wie «Steak», «Schnitzel», «Burger» und «Wurst» nur noch für Tierprodukte verwendet werden dürfen.

Die EVP-Fraktion hatte den Vorstoss im EU-Parlament eingebracht. Federführend verantwortlich war die französische Abgeordnete Céline Imart.

Deutsche Unionsabgeordnete stimmten in einer ersten Verhandlungsrunde mit wenigen Ausnahmen zwar gegen ein solches Verbot – eine ausreichende Mehrheit im Parlament gab es trotzdem. Deutschland hatte sich bereits klar gegen ein «Veggie-Burger»-Verbot ausgesprochen. Der deutsche Agrarminister Alois Rainer sagte im Oktober, ein Verbot würde «unglaublich hohe Kosten für die Wirtschaft» sowie Bürokratie verursachen.

Auch Konsumentenschützer und Wirtschaftsvertreter lehnen das Vorhaben ab. Deutschland ist nach Angaben von Wirtschaftsvertretern der grösste Markt für pflanzliche Alternativprodukte in Europa. Firmen müssten Produkte umbenennen und könnten sie womöglich nicht mehr so einfach vermarkten.

Kommentare

User #2742 (nicht angemeldet)

Hier die Zusammenfassung: Oft reagieren Fleischesser gereizt auf eine vegane Lebensweise. Dafür gibt es einen psychologischen Grund: Das Meat-Paradox. Welche Rolle Verleugnung, Tierliebe und der Missionierungseifer der Vegan-Szene spielen, erklärt Ernährungspsychologe Christoph Klotter. Christoph Klotter: Klar werde ich richtig sauer! Denn indem Sie im Restaurant nach meiner Steak Bestellung eine Quinoa Bowl ordern, kommunizieren Sie mit mir. Ohne etwas sagen zu müssen, stellen Sie mir die Frage: „Warum isst dieser Mensch noch Fleisch?" Sie machen mir wirklich zurecht ein schlechtes Gewissen und verursachen mir Stress, denn im Gegensatz zu mir sind Sie um Nachhaltigkeit und Tierwohl bemüht! Und damit halten Sie mir etwas vor, das ich Überhaupt nicht wissen will!! Allerdings ist mir eigentlich klar, dass der vegane Lebensstil viel besser ist für die Tiere, die Gesundheit und den Planeten!

_b

super! ich mach demnaechst einen lauch aus schweineschwarten :)

Weiterlesen

34 Interaktionen
Laut Foodwatch
Schnitzel
33 Interaktionen
Im EU-Parlament
Frankfurt/Main
Kärcher AG
16 Interaktionen
40 Leute im Einsatz

MEHR EU

sdf
25 Interaktionen
Brüssel
ceuta
Strassburg
Ursula von der Leyen
73 Interaktionen
Vorhaben
Mark Carney
67 Interaktionen
Carneys Rede

MEHR AUS BELGIEN

Wolodymyr Selenskyj
37 Interaktionen
Brüssel
leipzig
13 Interaktionen
Brüssel
Nato-Generalsekretär Mark Rutte
49 Interaktionen
Über 200
eu
27 Interaktionen
Brüssel