Dokumentarfilm über Tourismus in Luzern sorgt bei FDP für Unmut

Keystone-SDA Regional
Keystone-SDA Regional

Luzern,

Ein am Donnerstag ausgestrahlter Dokumentarfilm von SRF beleuchtet den Tourismus in Luzern. Zu Wort kommen kritische Stimmen sowie der Tourismusdirektor und der Stadtrat. Die städtische FDP bezeichnet den Film in einer Mitteilung vom Freitag als «zu undifferenziert».

Sehenswürdigkeiten wie die Kapellbrücke ziehen täglich Tausende Touristinnen und Touristen an. (Archivbild)
Sehenswürdigkeiten wie die Kapellbrücke ziehen täglich Tausende Touristinnen und Touristen an. (Archivbild) - KEYSTONE/URS FLUEELER

Filmemacher Jörg Huwyler begleitet eine Reisegruppe aus Singapur zu den Tourismus-Hotspots der Luzerner Altstadt, zeigt einen vollen Zug der Zentralbahn und interviewt Einheimische im viel besuchten Lungern OW. Der 50-minütige Film steht unter dem Titel «Überrannt – Overtourism in der Schweiz».

Als Kritiker zu Wort kommt etwa Nationalrat David Roth (SP). Er stört sich an der Ausrichtung von Luzerner Strassen wie dem Grendel auf die Bedürfnisse der Touristinnen und Touristen. Dies mache die Stadt seiner Ansicht nach «weniger lebenswert». Tourismusdirektor Marcel Perren sagt im Film, es komme zuweilen zu «Dichteeffekten» und «Engpässen», was nach noch besseren Lösungen verlange. Die städtische Finanzdirektorin Franziska Bitzi Staub (Mitte) äussert sich zur wirtschaftlichen Bedeutung des Tourismus.

Die städtische FDP «distanziert» sich vom Film und seiner Stossrichtung, wie ihrem Communiqué zu entnehmen ist. Von «Overtourism» zu sprechen, sei eine Verzerrung der Realität. Statt die Gäste zu bekämpfen, brauche es Investitionen in die nötige Infrastruktur.

Mehr als die Hälfte der Logiernächte im Kanton Luzern entfallen auf dessen Hauptort. Total wurden im vergangenen Jahr 1,5 Millionen Logiernächte verzeichnet, wie Lustat Statistik Luzern im April bekanntgab.

Mit mehreren Massnahmen wurde der Tourismus in der Stadt in den vergangenen Jahren eingeschränkt. So wurde 2025 eine Haltegebühr für Reisecars eingeführt. Dadurch ging die Nutzung des Schwanenplatzes als Carparkplatz um zwei Drittel zurück.

Seit Anfang 2025 gilt zudem eine Begrenzung für Kurzvermietungen von Wohnungen über Airbnb oder andere Portale, welche die Stimmbevölkerung 2023 an der Urne gutgeheissen hat. Eine Beschwerde gegen das Reglement ist derzeit beim Bundesgericht hängig.

Derweil hielt eine Umfrage von Luzern Tourismus 2025 fest, dass 86 Prozent der Gäste «sehr zufrieden» mit ihrem Aufenthalt in Luzern waren. Die Befragung zeigte weiter, dass immer mehr Einzelreisende und weniger Gruppen kommen würden. Am meisten kritisiert wurde in der Befragung, dass Luzern zu touristisch sei.

Kommentare

User #4799 (nicht angemeldet)

Massen Touristen kann man nur mit hohen preisen Fernhalten, dann gibts vielleicht mal 2 diverse Preise wie früher .. Preise für Touristen 30 % höher ..! Das gab es alles schon . Ist kein Neuland .. die Politiker waren früher viel Intelligenter als die von Heute wo alle Studiert haben, früher konnten die noch Logisch denken!

User #4799 (nicht angemeldet)

Die Schweiz wurde doch schon längst Verkauft ans Ausland, nur die Gier der Politik will das nicht erkennen, Hauptsache die bekommen ihre fetten Bonis ..!

Weiterlesen

eishockey wm patrick fischer
53 Interaktionen
Nati-Coach Cadieux
Kerosin
69 Interaktionen
Heli teurer

MEHR FDP

MEHR AUS STADT LUZERN

10 Interaktionen
Luzern
8 Interaktionen
Stadt Luzern
Frickolini Luzern
13 Interaktionen
«War mein Wunsch»
Im Hobacherwald