Credit Suisse

    Credit Suisse fällt im Schlussquartal noch tiefer in rote Zahlen

    Keystone-SDA
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    Zürich,

    Erneute schlechte Nachrichten von der Grossbank Credit Suisse. Das Abschlussquartal verzeichnet noch tiefere rote Zahlen.

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    Mit jahrelangem Missmanagement und Risikogeschäften hat sich Credit Suisse selbst ins Abseits manövriert. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Credit Suisse verzeichnet im Schlussquartal von 2021 nur unerfreuliche Resultate.
    • Die Grossbank rutscht noch tiefer in die roten Zahlen.
    • Die Investoren sind mit den neuen Strategien nicht zufrieden.

    Die Credit Suisse wartet einmal mehr mit schlechten Nachrichten auf. Zusätzlich zu einer bereits angekündigten Goodwill-Wertverminderung in Milliardenhöhe nimmt sie im vierten Quartal nun auch hohe Rückstellungen für Rechtsfälle vor. Unter dem Strich wird die Grossbank im Schlussquartal damit einen Vorsteuerverlust in Höhe von rund 1,6 Milliarden Franken ausweisen.

    Negativ beeinflusst wird der Gewinn im Schlussquartal nun noch durch Rückstellungen für bedeutende Rechtsstreitigkeiten über 500 Millionen Franken, wie die Grossbank am Dienstag mitteilte.

    Geschäft läuft wegen Abschwächung der Märkte nicht so gut

    Dabei gehe es um eine Reihe von Fällen, bei denen die CS-Gruppe Vergleiche angestrebt habe und bei denen es in erster Linie um ältere Rechtsstreitigkeiten der Investment Bank gehe. Teilweise ausgeglichen werden die Rückstellungen durch Gewinne aus Immobilienverkäufen in Höhe von 225 Millionen Franken.

    CS
    Credit Suisse verdient im dritten Quartal weniger als im Vorjahr (Archivbild) - sda - KEYSTONE/ENNIO LEANZA

    Unter Ausklammerung der schon früher angekündigten Goodwill-Wertverminderung werde das Vorsteuerergebnis nun wohl gerade ausgeglichen ausfallen, so die Grossbank. Im November 2021 hatte die CS für das vierte Quartal bereits Wertberichtigungen in Höhe von 1,6 Milliarden Franken bekannt gegeben - vor allem auf den Goodwill der 2000 übernommenen US-Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrette.

    Auch das eigentliche Geschäft der Bank lief im Schlussquartal wegen einer Abschwächung der Märkte nicht mehr so gut. Insbesondere hätten sich die Erträge verringert, die von den Transaktionen der Kunden abhängen. Betroffen waren sowohl die Investment Bank als auch die Vermögensverwaltungsgeschäfte.

    Zum einen handle es sich um die übliche saisonale Abschwächung, so die CS. Zum anderen war aber auch eine «Rückkehr zu normaleren Handelsbedingungen» zu spüren, dies nach dem aussergewöhnlichen Umfeld im grössten Teil der Jahre 2020 und 2021.

    Das Geschäft mit Hedgefonds soll reduziert werden

    Für die Investment Bank resultiert nun laut der CS im Schlussquartal - auch vor der umfangreichen Goodwill-Wertverminderung - ein Verlust. Die CS weist zur Begründung auf die Verringerung der allgemeinen Risikobereitschaft hin wie auch auf die Entscheidung, das Prime-Services Geschäft mit den Hedgefonds signifikant zu reduzieren. Die Credit Suisse hatte diese Entscheide in der Folge der Milliardenverluste mit dem Hedgefonds Archegos im Frühling 2021 getroffen.

    Auch das Vermögensverwaltungsgeschäft hat laut CS eine deutliche Verlangsamung bei den Transaktionen zu spüren bekommen - dies sowohl in der Division «International Wealth Management» wie auch in «Asia Pacific».

    Im Asien-Geschäft reduzierten die Kunden vor allem aufgrund der ungünstigen Marktbedingungen die Fremdfinanzierung.

    Bei Investoren kommen neue Rückstellungen nur schlecht an

    Entsprechend verzeichnete die Bank im vierten Quartal 2021 einen leichten Abfluss von Geldern in den Vermögensverwaltungsgeschäften. Allerdings werde dies durch Neugeldzuflüsse im Asset Management mehr als ausgeglichen, so die Grossbank.

    Die Wertberichtigung in Höhe von 1,6 Milliarden Franken aus der 2000 erfolgten Übernahme der US-Investmentbank Donaldson, Lufkin & Jenrett hatte die CS bereits im November 2021 angekündigt.

    Es handle sich allerdings um «nicht-liquiditätswirksame Kosten», die weder die Kapitalquoten der Gruppe noch ihren materiellen Buchwert verringerten, so die Bank damals. Entsprechend vermeldet die CS nun per Ende 2021 auch eine Kernkapitalquote über dem eigenen Ziel von 14 Prozent.

    archegos credit suisse
    António Horta Osório ist am Sonntagabend als Verwaltungspräsident der Credit Suisse zurückgetreten. - Keystone

    Bei den Investoren kommen die neuen Rückstellungen nur wenige Wochen nach dem abrupten Abgang von CS-Verwaltungsratspräsident António Horta-Osório schlecht an. Die bereits am Vortag schwer gebeutelte CS-Aktie rutschte am Vormittag zwischenzeitlich erneut auf einen Tiefstwert seit März 2020 und notiert gegen Mittag noch um 0,7 Prozent tiefer bei 8,23 Franken. Das Aufräumen der Altlasten bei der Credit Suisse drohe schon fast zur «unendlichen Geschichte» zu werden, kommentierten etwa die ZKB-Analysten.

    Ihre definitiven Finanzergebnisse für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2021 wird die Credit Suisse am 10. Februar vorlegen.

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