China mahnt Deutschland nach Treffen zu Fairness

Maja Bojic
Maja Bojic

China,

China fordert nach Gesprächen mit Deutschland mehr Fairness im Handel und setzt auf eine aktivere Rolle Berlins innerhalb der EU.

Deutschland China Flaggen
Deutschland und China wollen ihre Handelsbeziehungen trotz wachsender Spannungen weiter stabilisieren. (Archivbild) - keystone

Vor dem Hintergrund wachsender Handelsspannungen hat China Deutschland zu mehr Fairness in der Handelspolitik aufgerufen. Anlass waren Gespräche zwischen Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Chinas Handelsminister Wang Wentao in Brüssel.

Der Sprecher des chinesischen Handelsministeriums, He Yadong, rief Deutschland und China dem «Tagesspiegel» zufolge auf, den freien Handel zu stärken. Beide Länder sollten den gegenseitigen Marktzugang ausweiten und ein offenes sowie diskriminierungsfreies «Geschäftsumfeld für Unternehmen» schaffen.

Am Sonntag traf Wang in Brüssel Bundeswirtschaftsministerin Reiche. Einen Tag später sprach er zudem mit EU-Handelskommissar Maros Sefcovic.

China setzt auf Deutschlands Einfluss

Im Mittelpunkt der Gespräche standen Chinas Exportkontrollen für seltene Erden und daraus gefertigte Magnete. Zudem setzten beide Seiten ihre handelspolitischen Gespräche über bestehende Konflikte fort.

Laut dem «Handelsblatt» machte Wang deutlich, dass China auf eine aktivere Rolle Deutschlands innerhalb der Europäischen Union setzt. Nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums hofft Peking, Deutschland werde innerhalb der EU auf eine «rationale Haltung» gegenüber China hinwirken.

Sollten Deutschland und China den freien Handel weiter stärken?

Nach Reiches Antrittsbesuch Ende Mai in Peking vereinbarten beide Länder die Wiederaufnahme des gemeinsamen Wirtschaftsausschusses, wie der «Stern» schreibt. Dieser soll möglichst bald wieder eingesetzt werden.

Handelskonflikte bleiben bestehen

Nach Angaben des «Tagesspiegel» versicherte Wang EU-Handelskommissar Maros Sefcovic, die bestehenden Exportkontrollen sollten die Lieferketten der Europäischen Union nicht beeinträchtigen. Welche Massnahmen diese Zusicherung konkret umfasst, erläuterte He Yadong jedoch nicht.

Darüber hinaus nahmen beide Seiten neue Handels- und Investitionskonsultationen auf. Damit sollen bestehende Handelskonflikte schrittweise entschärft werden.

Die Europäische Union weist gegenüber China weiterhin ein hohes Handelsdefizit auf. Gleichzeitig verlieren europäische Unternehmen Marktanteile in China, wie Sefcovic dem «Tagesspiegel» zufolge erklärte.

EU diskutiert weitere Massnahmen

Vor diesem Hintergrund erwägt die Europäische Union weiterhin Zusatzzölle auf Importe aus China. Diese könnten beschlossen werden, falls die laufenden Gespräche keine Annäherung bringen.

Der China-Analyst Gabriel Wildau von der Beratung Teneo sieht Europas Regierungen an einem Wendepunkt. Vielen Staats- und Regierungschefs sei inzwischen bewusst, dass Peking die von Brüssel kritisierten industriellen Überkapazitäten nicht einseitig abbauen wolle.

Handelsminister China
Der chinesische Handelsminister Wang Wentao traf in Brüssel zu Gesprächen über die Handelspolitik zwischen China und der EU ein. - keystone

Parallel rückte auch Europas Abhängigkeit von chinesischen Herstellern erneut in den Fokus. Der Absatz von Midea-Split-Klimageräten in Europa hat sich im Vorjahresvergleich auf über 200'000 Geräte verdoppelt, getrieben von der Hitzewelle.

Kommentare

User #1680 (nicht angemeldet)

Wohl ein Witz: Deutschland solle sich gegenüber China fairer benehmen. Sagt ausgerechnet China...!

User #8890 (nicht angemeldet)

Erst alles nach China abschieben und dann heulen, weil es in Europa nicht so klappt. Wer ist hier unfair?

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