BKW schreibt Kohlekraftwerk ab – Aktie stürzt ab
Die BKW nimmt eine 110-Millionen-Abschreibung vor und senkt die Gewinnprognose deutlich.

Der Berner Energiekonzern BKW hat am Dienstag eine drastische Wertkorrektur auf seine Beteiligung am deutschen Kohlekraftwerk Wilhelmshaven angekündigt. Die Abschreibung in Höhe von 110 Millionen Franken belastet das Betriebsergebnis 2025 erheblich, wie das «SRF» berichtet.
Die Korrektur erfolgt aufgrund veränderter Rahmenbedingungen am Strommarkt, teilte das Unternehmen mit. Man rechne mit einer künftig geringeren Stromproduktion des Kraftwerks, erklärte die BKW in ihrer Mitteilung.
Zudem schwankten die Strompreise weniger stark als früher, was den Erlös drücke. Aufgrund der Abschreibung wird für das Geschäftsjahr 2025 neu ein Betriebsergebnis von 540 bis 560 Millionen Franken erwartet.
Prognose unter Erwartungen
Ohne diesen Sondereffekt läge der operative Gewinn bei 650 bis 670 Millionen Franken. Zuvor hatte die Unternehmensprognose noch bei 650 bis 750 Millionen gelegen, wie die «Handelszeitung» schreibt.
Für 2026 rechnet das Unternehmen mit einem Betriebsergebnis zwischen 650 und 750 Millionen Franken. Die Zürcher Kantonalbank zeigt sich von der Kommunikation überrascht, berichtet «finanzen.ch».

Die Wertberichtigung stehe nicht im Zusammenhang mit einem Verkauf oder einer Stilllegung des Kraftwerks. Enttäuschend sei, dass die Prognose selbst ohne den Sondereffekt unter den Erwartungen liege, so die ZKB.
Aktie der BKW bricht ein
Die BKW-Aktie gab am Dienstag zeitweise um knapp elf Prozent nach. Laut «themarket.ch» machen die Verluste damit die Kursgewinne des Vorjahres zunichte.
Marcus Bäumer, Analyst bei der Luzerner Kantonalbank, erklärt gegenüber «themarket.ch»: Die Wertberichtigung sei ein einmaliger und an sich unproblematischer Effekt. Negativ ins Gewicht falle die Prognose für 2026, die 13 Prozent unter der Erwartung liege.
Gleichzeitig investiert die BKW in ein wasserstofffähiges Gaskraftwerk zur Stärkung der flexiblen Energieproduktion. Der Konzern will sich mit 40 Prozent am geplanten Gaskraftwerk in Hamm in Deutschland beteiligen.












