Bitcoin verliert Anschluss an Dollar und US-Aktien
Bitcoin entwickelt sich vor der Fed-Entscheidung zunehmend unabhängig von Dollar und US-Aktien. Regulierung rückt stärker in den Fokus.

Bitcoin zeigt sich vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank zunehmend unabhängig von wichtigen Marktindikatoren. Laut der «CoinDesk» ist die kurzfristige Korrelation zum Dollar-Index nahezu auf null gefallen.
Die 15-Tage-Korrelation zum Dollar-Index liegt demnach bei 0,08. Über 30 Tage hatte sie noch bei minus 0,54 gelegen.
Auch die Verbindung zu US-Aktien hat sich abgeschwächt. Die Korrelation zum S&P 500 sank von 0,75 auf 0,43, beim Nasdaq fiel sie von 0,60 auf 0,30.
Regulierung beeinflusst den Bitcoin-Markt
Als möglichen Grund nennt die «CoinDesk» den gescheiterten Verfahrensschritt des CLARITY Act im US-Senat. Dadurch habe sich die Aufmerksamkeit der Händler stärker auf die Regulierung des Kryptomarktes verlagert.
Alice Liu von CoinMarketCap bezeichnete klassische Absicherungsstrategien deshalb als weniger zuverlässig. Die Reaktion auf die Fed-Entscheidung könne zudem von den regulatorischen Entwicklungen überlagert werden.
Neben der Regulierung bleiben Inflation und Geldpolitik wichtige Faktoren für Bitcoin. Die «Cash» berichtet, dass höhere Energiepreise und eine restriktivere Fed Risikoanlagen kurzfristig belasten.
Zinsen bleiben für Bitcoin entscheidend
Der jüngste US-Verbraucherpreisindex fiel überraschend hoch aus. Auch die Kerninflation entwickelte sich demnach stärker, während gleichzeitig steigende Energiepreise zusätzlichen Inflationsdruck erzeugten.
Die geldpolitische Entwicklung könnte dadurch für Bitcoin relevant bleiben. Marc des Ligneris von CoinShares sieht laut der «Cash» langfristig mögliche Chancen durch zusätzliche Liquidität oder eine Währungsabwertung.
Gleichzeitig verweist die «Cash» auf die Bedeutung der langfristigen US-Anleiherenditen. Steigende Finanzierungskosten könnten demnach insbesondere Investitionen und die wirtschaftliche Entwicklung belasten.
Deutsche Bank nimmt Bitcoin und Ether ins Angebot
Parallel dazu baut die Deutsche Bank ihr Angebot für digitale Vermögenswerte aus. Dem «Handelsblatt» zufolge will das Institut noch in diesem Jahr Bitcoin, Ether und ausgewählte Stablecoins verwahren.
Das Angebot richtet sich zunächst an Unternehmen und institutionelle Investoren. Dazu gehören unter anderem Vermögensverwalter, Hedgefonds, Broker und staatliche Institutionen.

Die Deutsche Bank verweist zugleich auf Risiken digitaler Vermögenswerte wie Preisvolatilität, Betrug, Cybervorfälle und Ausfälle von Marktteilnehmern. Kryptowerte sind zudem nicht durch ein Einlagensicherungssystem geschützt, während das Institut sie als zusätzliche Infrastruktur neben etablierten Finanzmarktstrukturen sieht.
















