Kevin Warsh steht vor erster grosser Bewährungsprobe

    Maja Bojic
    Maja Bojic

    USA,

    Kevin Warsh könnte die US-Zinsen erhöhen, obwohl Donald Trump niedrigere Zinsen fordert. Die Fed-Entscheidung wird deshalb mit Spannung erwartet.

    Kevin Warsh
    Kevin Warsh steht vor seinem ersten grossen Zinsentscheid als Fed-Chef. (Archivbild) - keystone

    Die US-Notenbank Fed entscheidet am Mittwoch über ihren weiteren Zinskurs. An den Finanzmärkten wird inzwischen überwiegend mit einer Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte gerechnet, berichtet die «Cash».

    Für Kevin Warsh wäre es die erste Zinserhöhung seit seinem Amtsantritt als Fed-Chef im Mai. Gleichzeitig wurde er von Donald Trump ausgewählt, der seit Langem niedrigere Zinsen fordert, wie der «Focus» schreibt.

    Die US-Inflation lag im August bei 3,4 Prozent und damit weiterhin deutlich über dem Fed-Ziel von zwei Prozent. Gleichzeitig haben sich die Energiepreise zuletzt weiter verteuert.

    Zinserhöhung erwartet – Warsh und Trump uneinig

    Warsh hatte bereits Ende August bei der Notenbankkonferenz in Jackson Hole eine Zinserhöhung nicht ausgeschlossen. Falls sich die Inflation nicht schneller dem Zielwert nähere, müsse die Notenbank handeln, erklärte er damals laut dem «ORF».

    An den Finanzmärkten wird eine Zinserhöhung inzwischen mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 90 Prozent erwartet. Auch Goldman Sachs revidierte seine vorherige Einschätzung und rechnet mittlerweile mit einem Schritt um 0,25 Prozentpunkte.

    Sollte Warsh die US-Zinsen erhöhen?

    Trump vertritt weiterhin eine deutlich andere Position. Er erklärte zuletzt, die USA sollten weltweit die niedrigsten Zinsen zahlen, unabhängig von den Berechnungen der Notenbank.

    Trump und Warsh vor dem Zinsentscheid

    Der Präsident drohte zudem mit Handelsstopps gegen bestimmte Länder, sollte die Fed ihre Geldpolitik nicht lockern. Bereits Anfang September hatte Trump öffentlich niedrigere Zinsen gefordert.

    Warsh stimmte bei der vergangenen Fed-Sitzung im Juli noch für eine Zinspause. Drei der zwölf stimmberechtigten Währungshüter hatten sich damals hingegen für eine Erhöhung ausgesprochen.

    Neben der eigentlichen Zinsentscheidung richtet sich die Aufmerksamkeit auf Warshs weitere Aussagen. Der «Cash» zufolge hat der neue Fed-Chef bislang bewusst keine klaren Signale für den künftigen Zinskurs gegeben.

    Warshs Signale zum Fed-Zinskurs werden entscheidend

    Auch die Renditen am US-Anleihemarkt stehen derzeit im Fokus der Anleger. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ist laut der «Cash» zuletzt über fünf Prozent gestiegen.

    Damit erreichte sie den höchsten Stand seit 2007. Die weitere Geldpolitik der Fed dürfte auch von Warshs Einschätzung zur Inflation abhängen.

    Kevin Warsh Fed
    Kevin Warsh könnte mit seiner Zinspolitik die weitere Richtung der US-Notenbank prägen. - picture alliance

    Besonders wichtig sind dabei seine Aussagen nach dem Zinsentscheid. Sie könnten den Märkten Hinweise auf den weiteren Zinskurs der US-Notenbank geben.

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    Kommentare

    User #3939 (nicht angemeldet)

    Warsh hat wenigstens Ahnung von seinem Job.

    User #2193 (nicht angemeldet)

    In autoritären Systemen wird Loyalität gegenüber dem Regime oder der Führungselite oft zur entscheidenden Voraussetzung für Karrierechancen. Dies führt dazu, dass: Fähigkeiten und Expertise in den Hintergrund treten. Kritik oder abweichende Meinungen unterdrückt werden, da sie als Bedrohung für die Stabilität des Systems wahrgenommen werden. Inkompetente, aber loyale Personen in Schlüsselpositionen gelangen, was zu ineffizienten Entscheidungen führt.

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