Das vorübergehende Verschwinden eines berühmten Fotos der chinesischen Tiananmen-Proteste von 1989 aus dem Microsoft-Suchdienst Bing hat Zensur-Befürchtungen ausgelöst.
Bei einer Mahnwache in Hongkong wird das «Tank Man»-Foto gezeigt
Bei einer Mahnwache in Hongkong wird das «Tank Man»-Foto gezeigt - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein berühmtes Foto der chinesischen Tianamen-Proteste ist aus der Bing-Suche verschwunden.
  • Dies geschah ausgerechnet an dem Tag, als sich die Protest-Aktion jährte.
  • Das Bild verschwand laut Microsoft wegen eines «unbeabsichtigten menschlichen Fehlers».

Das vorübergehende Verschwinden eines berühmten Fotos der chinesischen Tiananmen-Proteste von 1989 aus dem Microsoft-Suchdienst Bing hat Zensur-Befürchtungen ausgelöst.

Von den USA und weiteren Ländern aus war das «Tank Man»-Bild am Freitag bei Bing nicht zu finden. Auf dem berühmten Bild stellt sich ein Demonstrant mehreren chinesischen Panzern entgegen. Laut Microsoft handelte es sich beim Nicht-Auffinden um ein Versehen.

«Tank Man» bei Google noch vorhanden

Das Verschwinden des Bildes sei auf einen «unbeabsichtigten menschlichen Fehler» zurückzuführen, sagte ein Microsoft-Sprecher der Nachrichtenagentur AFP. Zunächst hatten US-Medien über den Vorgang berichtet, der mit dem Gedenken an die blutige Zerschlagung der chinesischen Demokratie-Proteste zusammenfiel.

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Ein Mann steht zum Protest auf dem Tian'anmen-Platz vor mehreren Panzern. - keystone

Über die Suche des Bing-Konkurrenten Google war das «Tank Man»-Foto am Freitag hingegen erreichbar. In China, wo das Internet strikt von den Behörden kontrolliert wird, ist der Zugriff auf Google blockiert. Zu den zensierten Inhalten in China zählt auch das «Tank Man»-Bild, das etwa im wichtigsten chinesischen Suchdienst Baidu nicht existiert.

Das Foto des Mannes, der sich auf dem Tiananmen-Platz einer Kolonne von Panzern entgegenstellt, ging um die Welt. Festgehalten worden war die Szene von mehreren Fotografen, darunter Charlie Cole.

Chinesische Studenten demonstrierten für Demokratie

Die chinesische Armee war in der Nacht zum 4. Juni 1989 mit Panzern gegen Studenten vorgegangen, die auf dem Tiananmen-Platz für mehr Demokratie demonstrierten. Hunderte, nach einigen Schätzungen sogar mehr als tausend Menschen wurden getötet. Die Vorfälle von 1989 sind in China bis heute ein Tabuthema, alle Gedenkveranstaltungen auf dem chinesischen Festland sind verboten.

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