Berner Jura zahlte über 100 Millionen Franken für fossile Energien
Der Berner Jura hat im vergangenen Jahr 101,3 Millionen Franken für fossile Energien aufgewendet. Pro Kopf entspricht dies rund 2200 Franken. Trotz Fortschritten beim Ausbau erneuerbarer Energien bleibt die Region stark von ausländischen Erdölprodukten abhängig.

Das geht aus einer Bilanz der Energieregion Grand Chasseral hervor. Zu ihr gehören die 39 Gemeinden des Berner Juras, wie die Organisation Jura bernois – Bienne am Dienstag mitteilte.
Haupttreiber waren der Gebäudesektor mit 39 Millionen Litern Heizöl und vier Millionen Kubikmetern Erdgas sowie der Verkehr mit knapp 34 Millionen Litern Treibstoff (Benzinäquivalent). Für 2026 rechnet die Organisation preisbedingt mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Gesamtsumme.
Die Zahlen verdeutlichen die anhaltend hohe Importabhängigkeit. Erdölprodukte decken 61 Prozent des regionalen Energiebedarfs, verursachen aber 95 Prozent der direkten energiebedingten Treibhausgasemissionen.
Eine Wende zeichnet sich nur schrittweise ab. Zwar stieg die Zahl erneuerbarer Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Holzfeuerungen in den vergangenen fünf Jahren um 58 Prozent, und die Photovoltaikfläche verdoppelte sich innert knapp drei Jahren. Zudem wuchs der Bestand an Elektroautos von 200 (2021) auf über 1000 im Jahr 2026.
Dennoch besteht grosser Nachholbedarf: Nach wie vor nutzen 56 Prozent der Gebäude fossile Heizungen, und 97 Prozent der Fahrzeuge fahren mit fossilen Treibstoffen.














