Stadt Zürich

Zürcher Nachtbusse sollen künftig auch unter der Woche fahren

Keystone-SDA Regional
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Zürich,

Der Zürcher Verkehrsverbund ZVV will sein Angebot weiter ausbauen. Auf dem schon sehr ausgelasteten S-Bahn-Netz ist dies jedoch schwierig. Deshalb testet er ab 2029 Nachtbusse unter der Woche – für Menschen, die Schicht arbeiten.

Der Zürcher Verkehrsverbund startet einen Versuch mit nächtlichen Busverbindungen unter der Woche. (Symbolbild)
Der Zürcher Verkehrsverbund startet einen Versuch mit nächtlichen Busverbindungen unter der Woche. (Symbolbild) - KEYSTONE/RIKKE SKAANING

Weshalb will der ZVV Nachtbusse einsetzen?

Bisher sind die Nachtbusse nur am Wochenende unterwegs. Zielpublikum sind Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmer, die nach der Party sicher nach Hause fahren wollen. Neu sollen die Nachtbusse auch unter der Woche fahren. Mitfahren sollen Passagiere, die Schicht arbeiten, etwa im Gesundheitswesen oder in der Industrie. Bisher waren sie aufs Auto angewiesen, weil der ZVV in der Nacht den Betrieb einstellt. «Wir sehen durchaus Potenzial», sagte ZVV-Direktor Dominik Brühwiler am Donnerstag vor den Medien.

Wo sollen diese Nachtbusse fahren?

«Wir wollen sehr reduziert anfangen», sagte Brühwiler. Vorgesehen ist die Verbindung Winterthur – Zürich sowie Verbindungen innerhalb der beiden Städte. Man werde dann sehen, ob und wie das Angebot von den Passagieren angenommen werde. «Es ist Neuland und deshalb klar als Versuch deklariert», betonte der ZVV-Direktor. Ob dereinst weitere Verbindungen folgen, ist offen.

Wann kommen die Nachtbusse?

Fahren werden die Wochentags-Nachtbusse frühestens ab der Fahrplanperiode 2029/30. Und der Versuch ist auch noch nicht definitiv bewilligt: Zuerst muss noch der Zürcher Kantonsrat grünes Licht geben, wenn er die ZVV-Strategie für die Jahre 2029 bis 2032 debattiert. Einen Busfahrplan gibt es deshalb noch nicht.

Weshalb gibt es keine Nachtzüge?

In erster Linie wegen der Kosten: Ein Bus ist viel günstiger als eine S-Bahn oder ein Tram. Zudem sind die Bauarbeiten für das Mehrspur-Ausbauprojekt zwischen Zürich und Winterthur bei Projektstart voll im Gang, auch in der Nacht. Die Geleise sollen deshalb nicht zusätzlich belastet werden.

Welche neuen Angebote plant der ZVV sonst noch?

Ein grosser Angebotsausbau ist in den Strategiejahren 2029 bis 2032 kaum möglich. «Das Rückgrat des Zürcher ÖV ist die S-Bahn», sagte Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP). «Aber es gibt fast keine Möglichkeiten mehr für zusätzliche oder längere Züge.» Zwar seien die Grossprojekte am Bahnhof Stadelhofen und der Mehrspurausbau Zürich-Winterthur in Arbeit. Bis diese wirken würden, dauere es aber bis Ende des nächsten Jahrzehnts. Ausbauen kann der ZVV in der Zwischenzeit deshalb nur noch Trams, Stadtbahnen wie die Glattalbahn oder eben Busse.

Wird es noch enger im Zug?

Sehr wahrscheinlich schon. Im vergangenen Jahr fuhren 687 Millionen Fahrgäste auf dem ZVV-Netz, das sind 17 Millionen mehr als 2024. Damit ist das Vor-Corona-Niveau wieder erreicht. «Das ist eigentlich eine gute Nachricht, der ÖV wird wirklich genutzt», sagte Walker Späh. «Es wird aber auch voller und das wird auch so bleiben.» Selbst wenn sich das Bevölkerungswachstum in den kommenden Jahren etwas abschwächt, gehen die Prognosen von 145'000 zusätzlichen Einwohnerinnen und Einwohnern bis 2035 aus.

Hat sich im Pendlerverhalten etwas geändert?

Die Fahrgastzahlen sind zwar wieder auf Vor-Corona-Niveau. Gleichzeitig fand jedoch auch ein Bevölkerungswachstum statt. Das bedeutet: Unter dem Strich reisen die Passagiere heute etwas weniger als vor der Pandemie. Die Auslastung unterscheidet sich dabei von Wochentag zu Wochentag. Am Montag und Freitag findet sich am ehesten ein freier Platz. Da machen offensichtlich viele Home Office.

Wie viel Geld braucht der ZVV?

Der Zürcher Verkehrsverbund steht finanziell zwar viel besser da als andere ÖV-Betreiber, ist aber dennoch nicht kostendeckend. Mehr als ein Drittel des Geldes kommt von der öffentlichen Hand, je zur Hälfte von den Gemeinden und vom Kanton. Für die nächste Fahrplanperiode 27/28 braucht die Regierung nun 972 Millionen Franken für die Deckung des Defizits. Darüber entscheiden wird der Kantonsrat an einer der kommenden Sitzungen. «Diese Kostenunterdeckungen dürften in den nächsten Jahren weiter zunehmen», warnte Walker Späh. Nicht, weil es viele neue Verbindungen und Angebote geben würde, sondern wegen Ausgaben für Fahrzeuge, Werkstätten und Depots.

Kommentare

User #6304 (nicht angemeldet)

E - Auto, Veli oder E-Scooter sind die viel umweltfreundlicheren und praktischen Lösung als diese teuren Chauffeure und riesen Busse die eh keine Jleinverteikung machen können. ZVV scheint immer mehr selbst ein überbordernder Moloch und steuerliches Fiasko für Züruch zu werden.

User #1108 (nicht angemeldet)

Zürich ist immer leer in der Nacht unter der Woche, kein Mensch warum der Nachtbus?

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