Selenskyj wirbt in Berlin um Hilfe für die Ukraine im Winter
Vor den Gesprächen in Abu Dhabi sucht Selenskyj in Berlin Rückhalt. Für die Ukraine geht es um Luftabwehr, Energie und Geld.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat der Ukraine in Berlin Hilfe für den Winter zugesagt, berichtet «ZDFheute». Korrespondent Wulf Schmiese sieht im siebten Besuch Selenskyjs seit Kriegsbeginn den Auftakt einer intensiven diplomatischen Phase.
Die Polizei hat Sperrungen in Lichtenberg, der City West und im Regierungsviertel eingerichtet, berichtet der «Berliner Kurier». Für Staatsbesuch und Sicherheitskonferenz sind rund 3400 Kräfte aus fast allen Teilen Deutschlands im Einsatz.
Laut der «Berliner Zeitung» will Selenskyj eine Woche vor der Verhandlungsrunde in Abu Dhabi die Rückendeckung von Merz sichern. Die Sorge sei gross, dass Washington und Moskau ohne Europa über einen möglichen Frieden entscheiden könnten.
Was Berlin der Ukraine konkret zusagt
Die Winterhilfe beläuft sich laut «ZDFheute» auf 200 Millionen Euro (183,5 Millionen Franken) und muss noch vom Bundestag genehmigt werden. Zudem wolle Merz den Druck auf Russland erhöhen und die Unterstützung für die Ukraine unvermindert fortsetzen.
Die Ukraine braucht laut der «Berliner Zeitung» zusätzliche Flugabwehrraketen, vor allem für Patriot-Systeme, und rechnet mit russischen Angriffen auf Kraftwerke. Für 2027 beziffert Kiew die zusätzliche Finanzierungslücke auf 70 Milliarden Euro (64,2 Milliarden Franken), vor allem für Verteidigung und Staatshaushalt.
Zentrale Fragen eines Friedens, etwa zu Sanktionen und Sicherheitsarchitektur, liessen sich nur mit Europa lösen, sagte Merz laut «ZDFheute». «Es kann nicht zu einem stabilen Frieden kommen, wenn Europa nicht am Verhandlungstisch sitzt», ergänzte Selenskyj.
Was für die Ukraine ansteht
In Abu Dhabi soll es nach Selenskyjs Worten um Feuerpause, ein Getreideabkommen und einen Gefangenenaustausch gehen. Ein hochrangiges Treffen könnte im Dezember in Miami folgen, wo Putin und Selenskyj erstmals seit 2022 zusammentreffen könnten.

Die «Berliner Zeitung» verweist auf eine Umfrage vom Oktober, nach der 43 Prozent die deutsche Hilfe für zu umfangreich halten. 41 Prozent empfinden sie als angemessen, in einer weiteren Erhebung sprach sich etwa ein Drittel für weniger Militärhilfe aus.
In zwei Wochen lädt Merz laut «ZDFheute» über 30 Staaten zu einem Gipfel der Koalition der Willigen nach Berlin. Dort soll es um weitere Hilfen für die Ukraine gehen, vor allem um Luftabwehr und stabile Energieversorgung.












