Apothekerverbände besorgt über Bichsel-Schliessung
Der Apothekerverband Pharmasuisse sowie der Verein der Amts- und Spitalapotheker (GSASA) zeigen sich besorgt über die angekündigte Schliessung der Galenica-Tochter Bichsel in Interlaken. Der Entscheid habe weitreichende Konsequenzen für die Versorgungssicherheit in der Schweiz.

Die Erfahrungen der letzten Jahre hätten klar gezeigt, dass nationale Produktionskapazitäten in Krisensituationen entscheidend seien, teilten die beiden Organisationen am Mittwoch in einem gemeinsamen Communiqué mit. Ohne diese Kapazitäten verliere die Schweiz die Fähigkeit, rasch und eigenständig auf ausserordentliche Versorgungssituationen zu reagieren. Dies stelle ein sicherheitspolitisches Risiko dar.
Pharmasuisse und GSASA appellierten an Bund und Kantone, zu handeln: «Die Versorgung mit essenziellen Arzneimitteln darf nicht ausschliesslich von wirtschaftlichen Überlegungen und internationalen Märkten abhängig sein», schrieben sie.
Galenica hatte am Dienstag mitgeteilt, die pharmazeutische Produktion in Interlaken bis spätestens Ende Jahr einzustellen. Von Abbau sind bis zu 170 Jobs betroffen. Der Gesundheitskonzern machte als Grund für den Schritt mangelnde Wettbewerbsfähigkeit geltend. Künftig will sich Bichsel vollständig auf Home-Care-Dienstleistungen konzentrieren.
Bichsel zählt seit 2019 zum Galenica-Netzwerk und stellt vor allem Infusionslösungen her. Das Angebot umfasst sowohl grossvolumige Infusionsbeutel als auch sogenannte «Formula Produktion», die auf Bestellung der Spitäler mit den gewünschten Zusammensetzungen hergestellt werden.










