Tauben tragen in Las Vegas Cowboy-Hüte – Tierschutz redet von Qual

    Miguel Pereiro
    Miguel Pereiro

    USA,

    In Las Vegas und in den sozialen Medien sorgen zwei Tauben mit winzigen Cowboy-Hüten für Belustigung – der Schweizer Tierschutz kritisiert die würdelose Aktion.

    Taube Cowboy-Hut
    Dieser Taube in Las Vegas wurde ein Cowboy-Hut aufgesetzt. - Twitter/@Mx_Chaos420

    Das Wichtigste in Kürze

    • In Las Vegas wurden zwei Tauben mit winzigen Cowboy-Hüten auf dem Kopf gesichtet.
    • In den sozialen Medien amüsieren sich die meisten Menschen über die Tiere.
    • Aber beim Schweizer Tierschutz spricht man von einer Verletzung der Würde der Tiere.

    Las Vegas hat viele spektakuläre Orte und bemerkenswerte Menschen zu bieten. Wer in der Stadt der Superlative auffallen will, muss sich schon was Besonderes einfallen lassen. Oder einen Cowboy-Hut anziehen. Dieses einfache Accessoire hat «Chuck Norris» und «Coolamity Jane» berühmt gemacht.

    Diese Namen tragen nun auch zwei Tauben, die mit winzigen Hüten auf dem Kopf durch die Stadt stolzieren.

    Alles nur ein PR-Gag? Wer den Tauben die Kopfbedeckung verpasst hat, ist unklar. Über die Absichten hinter der Aktion ist auch nichts bekannt. Es könnte eine Aktion dahinter stecken, die erst noch enthüllt wird.

    «Kompletter Schwachsinn»

    Helen Sandmeier vom Schweizer Tierschutz (STS) ist über die Aktion alles andere als begeistert. «Egal, ob das Tier leidet oder nicht: Tiere sind nicht zum Amüsieren der Menschen da. Das ist eine Verletzung der Würde des Tieres und somit auch eine Tierquälerei. Diese Aktion ist ein kompletter Schwachsinn.»

    Samuel Furrer von der Fachstelle Wildtiere beim STS geht davon aus, dass die Hüte negative Folgen für die Vögel haben: «Die Tauben sind im Flug durch die Hüte gestört, denn sie können Geschwindigkeiten von bis zu 70 Kilometer pro Stunde erreichen.»

    Weisskopfseeadler
    Ein Weisskopfseeadler fliegt über den Des Moines River in Iowa (USA). Die Tauben mit den Cowboy-Hüten könnten eine einfache Beute für Greifvögel sein. - Keystone

    Ausserdem wisse man aus der Brieftauben-Szene, dass bunte Tiere den Greifvögeln besonders oft zum Opfer fielen. Zusammen mit dem eingeschränkten Blickfeld und den Einschränkungen in der Aerodynamik werden «Chuck» und «Jane» mit ihren auffallenden Hüten so also zu leichter Beute.

    Gut vorstellbar sei auch, dass die Taube im Schlag nicht klarkomme und der Hut zu Verletzungen führen könne. «Die Taube bleibt schlimmstenfalls irgendwo hängen, kann sich nicht mehr befreien und geht elendiglich zugrunde.»

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