SP-Nationalrätin Sarah Wyss fordert «nachhaltige Bundesfinanzen»

    Sarah Wyss
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    Bern,

    Nationalrätin Sarah Wyss (SP/BS) widerspricht im Gastbeitrag Finanzminister Ueli Maurer: Die Bundesfinanzen seien nicht unbedingt in einer Schieflage.

    STS Sarah Wyss Finanzpolitik
    Nationalrätin Sarah Wyss (SP/BS) ist Vize-Präsidentin Finanzkommission. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Für Sarah Wyss (SP/BS) ist die Finanzlage der Schweiz nicht «besonders beunruhigend».
    • Die tiefe Schuldenquote zeige: Investitionen in die Zukunft seien angezeigt und machbar.
    • Die restriktive Schuldenbremse schränke den Handlungsspielraum unnötig stark ein.

    Gerade die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig die Unterstützung der Wirtschaft in Krisenzeiten ist. Diese Investitionen haben sich gelohnt – für Mensch und Wirtschaft. Doch Noch-Finanzminister Ueli Maurer zeichnet ein düsteres Bild der zukünftigen Bundesfinanzen. Deshalb gilt es, die Zahlen etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

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    Bundesrat Ueli Maurer spricht während einer Medienkonferenz über seinen Rücktritt aus dem Bundesrat, am Freitag, 30. September 2022 in Bern. (Archivbild) - Keystone

    Denn: Die geplanten Mehrbelastungen ab 2024 sind zwar nicht besonders beunruhigend, aber die Spielräume werden enger. Der Sanierungsbedarf aus den Corona-Zeiten ist erheblich, aber nicht ausserordentlich. In den letzten 20 Jahren hat der Bund jährlich rund eine Milliarde Überschuss gemacht, dies entspricht beinahe den ausserordentlichen Ausgaben während der Corona-Krise.

    Bereitet Ihnen die Finanzlage des Bundes Sorgen?

    Leider hat es das Parlament verpasst, dieser Tatsache Rechnung zu tragen und die früheren Überschüsse mit den Corona-Schulden gegenzurechnen – und sich damit selbst unnötigerweise die Hände gebunden.

    Licht am Horizont: Es gibt Lösungen für eine nachhaltige Finanzpolitik

    Eine nachhaltige Finanzpolitik beginnt mit einer genaueren Budgetierung, um den Handlungsspielraum nicht unnötigerweise einzuschränken. Gelder, welche wissentlich nicht ausgegeben werden können (beispielsweise aufgrund Fachkräftemangel im IT-Bereich) sollen nicht budgetiert werden.

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    Ein Plakat wirbt für ein Nein zur Änderung des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer, am Samstag, 20. August 2022 in Solothurn. In der Volksabstimmung vom 25. September 2022 lehnten die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Änderung des Bundesgesetzes über die Verrechnungssteuer mit 52,01 Prozent Nein-Stimmen knapp ab. (Archivbild) - Keystone

    Des Weiteren dürfen Steuerreformen nicht mehr automatisch zu Einnahmeausfällen führen. So gilt es, die Individualbesteuerung budgetneutral umzusetzen. Das Stimmvolk hat bürgerlichen Steuersenkungsprogrammen in den letzten drei Jahren dreimal abgelehnt, also sollten wir uns daran halten.

    Sinnvolle Investitionen angezeigt und machbar

    Auf der Ausgabeseite ist es wichtig, dass neue, sinnvolle Investitionen zum Erhalt der Kaufkraft (beispielsweise Prämienentlastungen) und die Stärkung der Wirtschaft durch bessere Standortvorteile (beispielsweise durch Kita-Beiträge) getätigt werden.

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    Menschen demonstrieren gegen die Klimapolitik und für einen sicheren Klimaschutz am Tag des internationalen Klimastreiks, aufgenommen am Freitag, 23. September 2022 in Zürich. (Archivbild) - Keystone

    Ausserdem muss die Lebensgrundlage von uns allen und der künftigen Generation gesichert werden. Das geht am besten mit griffigem Klimaschutz. Dafür ist die Umsetzung des Gegenvorschlages der Gletscherinitiative unumgänglich. Diese Auslegeordnung zeigt: Sorgfältiger Umgang mit den vorhandenen Ressourcen ist notwendig – aber eine wilde Sparpolitik ist kontraproduktiv.

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