Zusagen gegen Entwaldung sind laut Studie kaum wirksam
Freiwillige Selbstverpflichtungen von Palmöl-Unternehmen in Indonesien haben die Entwaldung kaum zusätzlich gebremst. Eine Studie zeigt, dass der Waldschwund in Lieferketten mit und ohne solche Zusagen fast gleich stark zurückging.

Ein internationales Forschungsteam untersuchte für die Studie mehr als 2600 Palmöl-Plantagen in Indonesien. Die Entwaldung ging dort in den Lieferketten von Unternehmen mit freiwilligen Selbstverpflichtungen nur unwesentlich stärker zurück als bei Firmen ohne solche Zusagen, wie die Universität Genf am Mittwoch mitteilte.
Die Forschenden beobachteten auf Plantagen von Unternehmen mit sogenannten «Zero Deforestation Commitments» (ZDC) einen Rückgang der Entwaldung um 6,63 Prozent. Auf den Flächen von Firmen ohne solche Verpflichtungen wurde ein fast identischer Rückgang von 6,50 Prozent festgestellt.
«Unsere Resultate zeigen, dass die Firmen mit Selbstverpflichtung ihre Verpflichtungen einhalten und dass diese mit einer Verringerung der Entwaldung einhergehen», sagt Matthieu Stigler von der Universität Genf und Hauptautor der Studie laut Mitteilung.
«Die Firmen ohne Selbstverpflichtung weisen aber einen fast identischen Rückgang aus», so Stigler weiter. «Die Verpflichtungen zum Abolzungsverzicht hatten daher im Vergleich zu den umgesetzten staatlichen Massnahmen keinen zusätzlichen Effekt».
Die Studienautoren führen den allgemeinen Rückgang der Entwaldung auf andere Faktoren zurück. Dazu zählen ungünstige wirtschaftliche Bedingungen für den Anbau neuer Nutzpflanzen sowie Moratorien der indonesischen Regierung, die den Waldschwund bereits begrenzten.
Für ihre in der Fachzeitschrift «Proceedings of the National Academy of Sciences» (PNAS) veröffentlichte Untersuchung analysierte das Team die Lieferketten von 190 Unternehmen. Die Forschenden nutzten öffentlich zugängliche Datenbanken und Satellitenbilder, um die Entwaldung auf den Plantagen zu bewerten, die rund 1200 Ölpressen belieferten.
Die Rückverfolgbarkeit der Lieferketten stellte laut den Autoren eine grosse Herausforderung dar. An der Studie waren neben der Universität Genf auch die Universitäten von Cambridge, von Kalifornien in Santa Barbara, von Basel und von New York beteiligt.
Bedenken wegen der Regenwaldabholzung durch Palmöl-Produzenten brachten 2021 in der Schweiz an der Urne beinahe ein Freihandelsabkommen zwischen den Efta-Ländern und Indonesien zum Scheitern. Die Schweiz gehört zu den Efta-Ländern. Nur knapp, mit 51,6 Projekt Ja-Stimmen, genehmigte damals das Volk den Vertrag.
Kürzlich hat mit Verweis auf geplante Zollerleichterungen für Palmöl eine Allianz auch das Referendum gegen das Freihandelsabkommen zwischen der Efta und Malaysia ergriffen.














