Zivilparteien befragen Barbesitzer Jacques Moretti
Der Betreiber der Bar „Le Constellation“, Jacques Moretti, muss sich bei seiner dritten Vernehmung vom Mittwoch den Fragen der Opfer-Anwälte stellen. Eine Mutter von zwei schwerverletzten jungen Frauen nimmt an den Verhandlungen teil.

«Die Opfer erwarten von dieser Anhörung, dass Jacques Moretti klar auf ihre Fragen antwortet», sagte am Mittwoch Anwalt Gilles-Antoine Hofstetter, der betroffene Familien aus dem Kanton Waadt vertritt. Und er habe auch diese Hoffnung, aber keine Gewissheit.
Laut Fabrizio Ventimiglia, dem italienischen Anwalt der Zivilparteien, werden am Mittwoch mehrere Themen behandelt. Es gehe insbesondere um Fragen zur Sicherheit, aber auch zur Anzahl der zum Zeitpunkt des Dramas anwesenden Personen sowie zum Verkauf von Alkohol an Minderjährige.
Leila Micheloud, Mutter von zwei jungen Frauen, die in der Silvesternacht Verbrennungen erlitten haben, nimmt in Begleitung ihres Anwalts Sébastien Fanti an der Befragung teil. «Meine Anwesenheit ist mein Weg der Heilung», sagte sie.
«Indem ich hier bin, zeige ich, dass die Opfer nicht nur Namen auf einer Liste sind, sondern auch Gesichter haben. Ich erwarte Antworten. Die Wahrheit. Nicht mehr und nicht weniger», so die Walliserin.
Barbesitzer Moretti war am 9. Januar in Untersuchungshaft genommen und 14 Tage später gegen eine Kaution von 200'000 Franken freigelassen worden. Wie seine Frau wurde er unter Zwangsmassnahmen gestellt. Gegen das Paar wird derzeit wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Brandstiftung ermittelt.
Jacques Moretti traf am Mittwochmorgen 9.15 Uhr in Begleitung seiner Frau Jessica ein. Beide betraten den Sittener Campus Energypolis, wo die Anhörung stattfand, durch eine Seitentüre. Sie gaben gegenüber den anwesenden Journalisten keine Stellungnahme ab.
Die Ehefrau von Jacques Moretti, Jessica Moretti, wird am Donnerstagmorgen erneut von der Staatsanwaltschaft angehört. Auch bei ihrer Befragung sollen die Anwälte der Opfer Fragen stellen können.
Die Gerichtstermine seien für die Morettis wichtig. Sie seien auch «eine Tortur», die dadurch verstärkt werde, dass sie diese «in völliger Isolation erleben», erklärte Yaël Hayat, die Anwältin von Jessica Moretti, am Mittwochmorgen gegenüber Franceinfo. Das Ehepaar Moretti habe von Anfang an gesagt, dass es sich nicht der Justiz entziehen wolle und auch keine Versuche dazu beabsichtige.










