Schon drei Tote – Trainsurfer: «Wenn ich weitermache, sterbe ich»

Bereits drei Jugendliche sind 2026 in der Schweiz beim Trainsurfing gestorben. Die Fallzahlen steigen. Ein Ex-Trainsurfer warnt nun: «Es lohnt sich nicht!»

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Ein Trainsurfer erklärt, weshalb er aufgehört hat. - Nau.ch/Nico Leuthold

Das Wichtigste in Kürze

  • Bereits drei Jugendliche starben dieses Jahr in der Schweiz beim Trainsurfing.
  • Die Fallzahlen von Zugsurfing-Unfällen steigen laut einer aktuellen Studie.
  • Ein Ex-Trainsurfer erklärt gegenüber Nau.ch, wieso er aufgehört hat.
  • Die Polizei appelliert: Man soll das unterlassen und sich nicht in Lebensgefahr bringen.

Erst vor wenigen Tagen klettern in Lenzburg AG zwei Jugendliche auf der Suche nach dem nächsten Adrenalinkick auf einen Zug. Für einen von ihnen endet die Aktion tödlich. Nach rund 25 Minuten Fahrt wird er in Beinwil am See AG von einem Stromschlag getroffen und stirbt.

Das ist kein Einzelfall. Bereits im Januar kommen ein 14- und ein 17-Jähriger ums Leben. Ein Unfall passiert im Kanton Bern, der andere in Zofingen AG.

Beim sogenannten «Trainsurfing» – dem Mitfahren auf Zügen – kommt es immer wieder zu schweren Unfällen. Eine aktuelle Studie des Universitätsspitals Zürich zeigt: Die Fallzahlen steigen. Und die Dunkelziffer dürfte aufgrund der Illegalität hoch sein.

Eine zentrale Rolle spielen die sozialen Medien. Videos auf Tiktok, Instagram und Co. inszenieren den Adrenalinkick als spektakulär und mutig. Likes und Shares befeuern den gefährlichen Trend zusätzlich.

Ex-Trainsurfer: «Ich würde irgendwann sterben»

Nau.ch spricht mit einem ehemaligen Trainsurfer, der heute klar sagt: «Ich mache das nicht mehr.» Er habe jedoch nicht wegen eines Unfalles damit aufgehört.

Der frühere Adrenalin-Junkie ist überzeugt: «Wenn ich weitermachen würde, würde auch ich irgendwann sterben.» Jeder Unfall zeige, wie real die Gefahr sei. «Es zeigt, dass Menschen ihr Leben auf dem Zug verloren haben.»

Schaust du Adrenalinkick-Videos in den sozialen Medien?

Wenn ein Unfall passiere, zeige dies, dass das Risiko real sei. Man überlasse dabei einige Faktoren, die man selbst nicht mehr steuern könne, dem Zufall.

Dies alles sei ihm bewusst gewesen, trotzdem habe er sich Ziele gesetzt: «Ich wollte dies, das und jenes machen. Und das habe ich dann auch gemacht.» Zuerst habe er immer Theorien im Kopf gehabt, wo er hinaufklettern wolle.

Jetzt sei es für ihn aber vorbei. Die Familie des Betroffenen weiss übrigens nichts von seiner Vergangenheit als Trainsurfer.

«Es lohnt sich nicht!»

Der Ex-Trainsurfer warnt eindringlich: «Es sollte nie jemand auf einen Zug klettern, es ist extrem gefährlich.» Rückblickend sei das Risiko viel zu hoch gewesen für das Erlebnis. «Es lohnt sich nicht!», ist er überzeugt.

Kapo Aargau
Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau warnt vor dem Trainsurfing-Trend. - Nau.ch/Nico Leuthold

Auch die Kantonspolizei Aargau schlägt Alarm: «Wir appellieren, solchen Unsinn zu unterlassen und sich nicht in Lebensgefahr zu bringen», sagt Mediensprecher Bernhard Graser gegenüber Nau.ch.

Und er stellt fest: «Dieser fragwürdige und lebensmüde Trend vom Trainsurfing ist bei uns erst in letzter Zeit auf dem Radar erschienen.» Aufmerksam geworden sei man einerseits durch Videos in den sozialen Medien, andererseits durch Meldungen den SBB.

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Kommentare

User #2167 (nicht angemeldet)

Warum machen sie es, ist ja von vornherein klar, dass es an Selbstmord grenzt!

User #1255 (nicht angemeldet)

Jemand muss die dann zusammenkratzen. Von denen spricht niemand.

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