Es wird wärmer: Sechs tolle Frühlings-Wanderungen im Kanton Bern
Noch hält sich der Schnee in den Bergen wacker, aber der Frühling naht. Hier schon einmal ein paar Tipps für deine erste Frühlings-Wanderung.

Weil Vorfreude bekanntlich die Schönste und eine gute Planung das halbe Leben ist, hier ein paar Tipps für deine erste Frühlings-Wanderung.
Der Iffigfall
Ein Wasserfall wie aus dem fernen Kanada! Eingebettet in eine Szenerie aus Wald und gekrönt mit wilden Bergspitzen stürzen hier die Wassermassen aus dem Wildhorn-Gebiet über eine markante Felsstufe.
Wer den Fall zum ersten Mal aus dem Postauto-Fenster aus nächster Nähe sieht, traut seinen Augen kaum (und freut sich natürlich, wenn der Chauffeur extra einen kurzen Halt macht.). Ein Wanderweg führt ganz in die Nähe der Basis des Iffigfalles.
Wo: Südlich von Lenk im Berner Oberland Hinkommen: Postauto-Haltestelle Lenk, Iffigenfall
Mit einer Wanderung verbinden: Eine knapp 3-stündige Wanderung mit etwa 580 Metern Aufstieg führt vom Bahnhof Lenk zum idyllischen Rohresee, dem Iffigbach entlang zum Iffigfall und dann hoch auf die Iffigenalp. Zurück mit dem Postauto.
Die Quellen aus dem Elfenland
Diese sehr abwechslungsreiche Wanderung führt gleich zu einer Serie von Wasser-Spektakeln rund um die junge Simme.
Kaum aus dem Postauto gestiegen, steht man vor der tosenden und donnernden Simme, die hier in einer Felsrinne zu Tale braust. Etwas später wandert man auf der Barbarabrügg durch die stiebenden Luftschwälle der Simmefäll.

Und nochmals eine gute halbe Stunde weiter erreicht man die Sibe Brünne; hier sprudeln die Wasser aus zahlreichen Löchern mitten aus dem Bergfels – ein magischer Anblick wie aus einer fernen Fantasy-Welt.
Als wäre dies nicht genug, führt das Postauto auf der Fahrt von der Iffigenalp zurück nach Lenk in nächster Nähe des Iffigfalles vorbei. Mehr Wasser-Wunder geht nicht.
Start: Lenk, Simmenfälle Route: Auf dem Siebenbrunnen-Weg 316 zur Iffigenalp. Alternativ beim Start direkt der Simme entlang. Endpunkt: Lenk, Iffigenalp (Postauto) Länge: 8,6 km Aufstieg: 820 m Abstieg: 340 m Std. Wanderzeit: ca. 3 ½ Std. Schwierigkeit: T2
Wallbachschlucht
Fast am Dorfrand liegt ein weiteres Highlight der Region Lenk – und dieses wieder zum Thema Wasser: die Wallbachschlucht. Hier gibt es ganz unterschiedliche Abschnitte: im untersten, breiten Teil lässt es sich noch hinsitzen, sinnieren und Steinmanndli bauen.
Weiter oben gibt es einen Wasserfall wie aus dem Bilderbuch, während andernorts das Wasser durch rund ausgefräste und glatt geschliffene Felsspalten schiesst. Der Wanderweg führt in einigen Kehren aus der Schlucht zur Wallegg-Stube (Einkehrmöglichkeit) und einem weiteren Bach entlang wieder hinab nach Lenk. Das ideale Türli für einen halben Tag.
Start: Lenk i.S. Bahnhof Route: Via Lenk Wallegg (Talstation) in die Wallbachschlucht, hoch zur Wallegg-Stube und zurück zum Ausgangspunkt Endpunkt: Lenk i.S. Bahnhof Länge: 4,9 km Aufstieg: 290 m Abstieg: 290 m Wanderzeit: ca. 1 ¾ Std. Schwierigkeit: T2
Lenk Betelberg
Der Betelberg ist ein langer, sanfter Bergrücken oberhalb von Lenk. Das Schöne für Geniesserinnen und weniger Fitte: Mit der Luftseilbahn schwebt man direkt auf den Berg auf fast 2000 Meter Höhe. Und ist damit gleich am Start des Alpenblumen-Rundweges.
Anfänglich geht es kurz steil hoch, dann kann man sich auf dem Bergrücken ganz auf die bunten Wunder konzentrieren. Der Rundweg ist nur etwa 2 Kilometer lang, wer Lust auf mehr hat, wandert einfach noch um den Stübleni-Berg herum. Es wachsen hier vor allem Pflanzen, die sich an kalkreiche Unterlagen angepasst haben.
Man findet hier grosse Alpenrosenbestände, mit Clusius’ Enzian übersäte Wiesen und daneben das Langspornige Veilchen, das Männliche Knabenkraut und andere Orchideenarten. Viele Blumen werden beschildert, und von Juni bis August gibt es geführte Wanderungen mit der Blumenkennerin Margrit Dubi. Also: Hochschweben und Staunen!
Start und Ende: Bergstation Leiterli ob Lenk. Länge: 1,7 km, je 60 m Auf- und Abstieg: ca. ½ Std.
Oberstockenalp im Simmental
Das ganze Sternenfunkeln über dem kuscheligen Bett. Nur schon der Weg zu dieser schönen Alp belohnt für eine lange Anreise.
Mit der Luftseilbahn geht es von Erlenbach i.S. steil hoch, dann steht man über dem glitzernden Blau des Hinterstockensees. Um diesen herum, auf eine Geländeschulter, und schon hat man die Oberstockenalp erreicht.

Vreni und Werner Bühler schauen hier seit mehr als 30 Jahren zu ihren etwa 20 Kühen und verarbeiten die Milch zu Mutschli, Weichkäse, Frischkäse und Butter. Von der Terrasse aus geniesst man den Blick auf Berühmtheiten wie Schilthorn, Balmhorn und Altels.
Wer dem Erlebnis das Tüpfli aufs i aufsetzen will, übernachtet hier gleich, im Lager, im Doppelzimmer oder in einem der drei Sternenbetten unter einer Glaskugel.
Hinkommen: Von der Zwischenstation Chrindi der Stockhorn-Luftseilbahn aus erreicht man die Oberstockenalp in dreiviertel Stunden (180 m Aufstieg). Mit weiteren 2 Stunden und 350 m Aufstieg auf das Chrindihorn ergibt sich eine tolle Rundwanderung mit fantastischem Rundblick.
Das Romantische im Berner Oberland
Verträumter geht es fast nicht mehr! Nach einer abwechslungsreichen Wanderung durch Riedwiesen, dem urigen Louwibach entlang und durch Wälder erreicht man den idyllisch gelegenen Louwenesee. Er ist Teil eines grossen Naturschutzgebietes, zu dem wertvolle Moore und Auengebiete gehören.

Nur einen Steinwurf vom kleinen Schwesterseelein liegt das Restaurant Lauenensee. Es ist ein Bijou eines alten Oberländer Holzhauses und im traditionellen Chalet-Stil erbaut. Hinsitzen auf der Terrasse, etwas Leckeres essen und trinken und den Blick auf die wilde Bergwelt geniessen – so geht Entspannen!
Hinkommen: Von der Bushaltestelle Lauenen b. Gstaad, Rohrbrücke erreicht man das Restaurant in etwa 1 ¼ Stunden und mit 170 Metern Aufstieg. Im Sommerhalbjahr fährt auch ein Büsli bis ganz in die Nähe des Hauses.
Spezialitäten: Hausgemachter Härdöpfel-Salat mit Kalbsbratwurst (oder vegetarisch), Chässchnitte, Fondue.








