Die Zahl der Neuansteckungen mit dem Coronavirus ist in der Schweiz und in Liechtenstein weiterhin sehr hoch.
Ein Plakat des BAG wirbt auf dem Bundesplatz für die Covid-Impfung. (Archivbild)
Ein Plakat des BAG wirbt auf dem Bundesplatz für die Covid-Impfung. (Archivbild) - sda - KEYSTONE/MARCEL BIERI

Dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) sind am Freitag innerhalb von 24 Stunden 28'038 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Gleichzeitig registrierte das BAG zehn neue Todesfälle und 126 Spitaleinweisungen. An den vergangenen zwei Tagen waren jeweils über 30'000 Neuinfektionen vermeldet worden.

Aktuell befinden sich insgesamt in den Spitälern 691 Personen in Intensivpflege. Die Auslastung der Intensivstationen beträgt zurzeit 78,90 Prozent. 33,20 Prozent der verfügbaren Betten werden von Covid-19-Patienten belegt. Auf 100'000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden in den vergangenen zwei Wochen 2751,25 laborbestätigte Coronavirus-Infektionen gemeldet.

Im Kanton Tessin zeigt die Kurve der Neuansteckungen mit dem Coronavirus seit Mitte Dezember steil nach oben. Laut Kantonsarzt Giorgio Merlani verdoppelten sich in der Weihnachtswoche die Fallzahlen alle zwei Tage. Erst die nächsten zwei Wochen würden die Auswirkungen der Virusvariante Omikron jedoch wirklich zeigen.

Im Tessin waren diese Woche noch Weihnachtsferien und zahlreiche Betriebe geschlossen. Am Mittwoch stiegen die gemeldeten Neuinfektionen innert 24 Stunden im Südkanton erstmals auf über 2000. Am Freitag wurden 1528 Neuinfektionen gemeldet. Rekordzahlen an Neuansteckungen pro Tag vermeldeten diese Woche verschiedene Kantone.

Die hohe Zahl an Neuinfektionen belastet die gesamte Wirtschaft und führt vielerorts zu massiven ausserordentlichen Personalengpässen. Die Temporärstellen-Vermittler Coople und Adecco sehen sich deshalb aktuell in der Schweiz mit einer ausserordentlich hohen Personalnachfrage von Unternehmen konfrontiert.

Der Januar ist, im Gegensatz zum Dezember, üblicherweise für die Temporär-Stellenvermittler im ein ruhiger Monat, wie Yves Schneuwly, Chef von Coople Schweiz, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA erklärte. Aber dieses Jahr ist es anders: Bei Coople Schweiz lag die Nachfrage nach Personal schon zu Jahresbeginn dreimal höher als in einem normalen Januar. Die Zahl der effektiven Vermittlungen sei um 100 Prozent höher als in den letzten Jahren, stellt Schneuwly fest.

«Wir befinden uns derzeit in einem absoluten Ausnahme-Januar, der nicht mit anderen Jahren vergleichbar ist», erklärte auch Marcel Keller von Adecco Schweiz, gegenüber Keystone-SDA.

Die Nachfrage nach Personal ist dabei über alle Branchen hinweg gross. Am stärksten ist sie derzeit im Gesundheitswesen, im E-Commerce, im Detailhandel, der Gastronomie und Hotellerie und in der Logistik, wie Schneuwly und Keller feststellten.

Zur Unterstützung des Kultursektors hat der Kanton Schaffhausen - analog zum Bund - die entsprechenden Covid-Massnahmen bis Ende 2022 verlängert. Auch die St. Galler Regierung will die Covid-Finanzhilfen für Kulturschaffende im angebrochenen Jahr weiterführen. Der Kantonsrat wird den Nachtrag zum kantonalen Umsetzungsgesetz in der Februarsession beraten.

Die Armee trifft derweil Vorkehrungen, um die Gesundheit aller Armeeangehörigen zu schützen. Für knapp ein Drittel der rund 11’200 Rekrutinnen und Rekruten beginnt deshalb die Winter-Rekrutenschule am 17. Januar zu Hause im «Distance Learning». Sie rücken erst am 31. Januar physisch ein.

Alle Armeeangehörigen müssen vor dem physischen Einrücken einen PCR-Test oder einen Antigen-Schnelltest machen und dürfen nur mit negativem Resultat einrücken. Positiv getestete Rekrutinnen oder Rekruten würden aufgefordert, zuhause zu bleiben und - sofern es der Gesundheitszustand zulasse - bereits mit dem Distance Learning zu beginnen. Die Eingerückten würden im Verlauf der ersten RS-Woche nochmals auf das Coronavirus getestet.

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