Terror

Psychiatrie Winterthur lässt Abläufe und Zuständigkeit prüfen

Nicola Wittwer
Nicola Wittwer

Winterthur Stadt,

Eine Messerattacke sorgte am Donnerstagmorgen in Winterthur für drei Verletzte. Hier gibt es die neusten Updates im Ticker.

Winterthur
Ein 31-Jähriger verletzt in Winterthur drei Menschen mit einem Messer. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • In Winterthur wurden bei einer Messerattacke am Donnerstagmorgen drei Menschen verletzt.
  • Der verhaftete Täter rief «Allahu Akbar» und ist schweizerisch-türkischer Doppelbürger.
  • Der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr sprach von einem Terror-Akt.

Am Bahnhof Winterthur wurden am Donnerstagmorgen drei Menschen bei einem Messerangriff verletzt. Zwei davon mittelschwer, einer schwer.

Laut der Kantonspolizei Zürich handelt es sich beim Täter um einen 31-jährigen schweizerisch-türkischen Doppelbürger.

Die Verletzten wurden ins Spital gebracht, der Täter festgenommen. Das Motiv wird noch untersucht. Der Zürcher Regierungsrat Mario Fehr sprach von einem Terror-Akt.

Verunsichert dich der Vorfall am Bahnhof in Winterthur?

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Psychiatrie Winterthur lässt Abläufe nach Messerangriff untersuchen

07.51: Die Psychiatrie Winterthur hat eine externe Untersuchung in die Wege geleitet. Auslöser ist der Messerangriff am Winterthurer Bahnhof vom Donnerstag. Der Täter war in der Klinik als «nicht selbst- und fremdgefährdend» eingestuft worden.

Durch die externe Administrativuntersuchung sollen die Abläufe und Zuständigkeiten überprüft werden, die zur Entlassung des Mannes geführt hätten, teilte die Integrierte Psychiatrie Winterthur (ipw) mit.

Die ipw sei schockiert und tief betroffen von den Ereignissen. Der Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, Mario Fehr (parteilos), bezeichnete die Einschätzung durch die ipw als «offensichtliche Fehleinschätzung».

Der 31-Jährige hatte sich erst am Montag selber bei der Stadtpolizei Winterthur gemeldet. Diese wies ihn über eine fürsorgerische Unterbringung in die Psychiatrie ein. Am Mittwoch stufte ein Arzt ihn jedoch als «nicht selbst- und fremdgefährdend» ein, so dass der Täter die Klinik verlassen konnte. Am Tag darauf stach er zu.

03.30: Der 31-jährige Täter war erst diese Woche noch in einer psychiatrischen Klinik, die er jedoch wieder verliess. Der schweizerisch-türkische Doppelbürger wurde von einem Arzt weder als selbst- noch fremdgefährdet eingestuft.

Mit Schuldzuweisungen müsse man aber aufpassen, sagt Dirk Baier, Professor für Kriminologie an der Universität Zürich, in der SRF-Sendung «10 vor 10»: «Einschätzungen über den Zustand der Person – über Fremd- oder Selbstgefährdung – sind immer auch ein Stück weit situativ.»

Schon nach einigen Tagen könne das Bild bereits wieder anders aussehen. Jemand könne sich stabilisiert haben «und dann kommt plötzlich schon wieder ein Ereignis, eine Situation oder eine Verlusterfahrung. Schon kommt es zu einem inneren Druck und dann reagieren Menschen impulsiv.»

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Eine Frau hat den Moment gefilmt, als der Täter in Winterthur davonrannte. - Facebook / Yvonne Kussmann

Die psychiatrische Klinik betonte, dass bei Begutachtungen in der Tendenz die Freiheit gegenüber der Sicherheit priorisiert werde.

Laut Baier ist diese Entscheidung «in den allermeisten Fällen die richtige». Einige Einzelfälle, wie der Täter von Winterthur, sind aus Sicht des Kriminologen «nie absolut verhinderbar».

Kommentare

User #2069 (nicht angemeldet)

ES sind zum Glück Einzelfälle...Die Täter sind leider krank, und es hilft nicht nun ungerechte Hetzte zu betreiben. Der Täter war übrigens Schweizer, also cool bleiben. Es tut mir leid für alle betroffenen Opfer und natürlich für den Täter, dass dieser überhaupt in diese psychische Verfassung geraten ist. Stigmatisierung darf es nicht geben.

User #2601 (nicht angemeldet)

Sag das unserem Super-BR Jans.

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