WEF-Manager kriegen Millionen – Aufsicht findet das heikel

Luna Gerber
Luna Gerber

Prättigau,

Das WEF unter Druck – hohe Gehälter und umstrittene Führungsstrukturen erzeugen Aufruhr.

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Millionenlöhne und Machtfragen: Das WEF steht vor einem zwangsmässigen Umbruch. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Behörden prüfen WEF: Gründer-Abgang löst Aufsichtskontrolle aus.
  • Hohe Löhne der Führungskräfte bis zu 1,9 Mio. Dollar sorgen für Aufsehen.
  • Auch anhaltende Privilegien des Gründers und der Stiftungsrat werden zum Streitthema.

Die Eidgenössische Stiftungsaufsicht sieht die Vergütungen vom Management des World Economic Forum (WEF) kritisch.

11 von 20 Spitzenkräften erhielten im Geschäftsjahr 2023/24 mehr als 900'000 Dollar, berichtet die «NZZ am Sonntag».

Nach aussen hin inszenierte sich das diesjährige WEF in Davos als Erfolg. 3000 Teilnehmende aus 130 Ländern – ein Rekordjahr, betonte CEO Börge Brende.

Intern steht die Organisation jedoch offenbar unter erheblichem Druck. Schweizer Behörden zwangen das WEF nach dem Abgang von Gründer Klaus Schwab, Macht und Geld neu aufzurollen.

Gemeinnützige Stiftung – und doch Millionenlöhne?

Das Thema Vergütung sei besonders heikel. Gemäss des US-Steueramts IRS erhielten im Geschäftsjahr 2023/24 elf Führungskräfte des WEF Gehälter von über 900'000 Dollar.

Spitzenverdiener war Börge Brende mit mehr als 1,9 Millionen Dollar. Schwab bezog bis zu seinem Rücktritt rund 1,2 Millionen.

Solche Löhne sind in globalen Konzernen zwar üblich. Doch das WEF ist kein Unternehmen, sondern eine steuerbefreite Stiftung.

Direktor der Stiftungsaufsicht, Nils Güggi, sagt gegenüber der «NZZ»: Das Vermögen einer gemeinnützigen Stiftung gehöre niemandem.

Eine Zweckentfremdung des Stiftungsvermögens gelte es durch den Bund zu verhindern. Hohe Vergütungen bräuchten deshalb einen triftigen Grund.

Sind Millionenlöhne bei einer gemeinnützigen Stiftung gerechtfertigt?

Das WEF nimmt gegenüber der «NZZ» Stellung zu den Vorwürfen. Zu den Löhnen heisst es, diese orientierten sich an extern erstellten Benchmark-Daten.

Ein weiteres Problem: Der Stiftungsrat ist zu gross.

Doch ein radikaler Schnitt gilt laut «NZZ» intern als kaum durchsetzbar. Das Gremium ist prominent besetzt – darunter viele Spitzenmanager grosser Konzerne. Das Forum setze auf schrittweisen Abbau durch natürliche Abgänge.

Keine Versöhnung in Sicht

Auch das sogenannte Gründerprivileg von Klaus Schwab bleibt ein sensibles Thema. Bis heute bestehe die Erlaubnis, dass Schwab ein Familienmitglied in den Stiftungsrat entsenden kann. Die Führung möchte dieses Sonderrecht streichen.

Das Verhältnis zum abgetretenen Gründer bleibt wohl angespannt. Gegenüber der «NZZ» signalisierte Co-Präsident André Hoffmann jedoch Gesprächsbereitschaft.

Schwab solle 2026 und 2027 als Gast nach Davos eingeladen werden. Ob es dazu kommt, ist offen. Für Schwab stehe diese Frage momentan nicht im Raum, so sein Sprecher.

WEF nervt Anwohner: «Es stinkt wegen den vielen Helis»

Nicht nur von den Behörden, sondern auch von den Davosern ist das WEF immer wieder mit Kritik konfrontiert.

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«Die Luft ist schlecht.» In Davos GR leiden die Einheimischen unter dem WEF, wie eine Umfrage vor Ort zeigt. - Nau.ch/Nico Leuthold

Bei der diesjährigen Ausgabe war Nau.ch vor Ort und sprach mit Anwohnern. Die Luft sei während des Treffens sehr schlecht, vor allem wegen der Helikoptern.

Kommentare

User #4618 (nicht angemeldet)

Die Reichen machen es den Sozis immer leichter, Befürworter ihrer Anliegen zu finden und zu mobilisieren. Die Reichen sollten etwas bescheidener Auftreten, sonst gibt es sie nicht mehr lange!!! Wie Leute zu Geld kommen, wird immer mehr deutlich und immer mehr skeptisch hinterfragt, aber auch nicht mehr toleriert! Die Reichen wägen sich zu sehr in Sicherheit, das kann sich schlagartig wenden!

User #2574 (nicht angemeldet)

Der Klausie der kann was Gute Reise und adieu endlich

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