WEF-Direktor Zwinggi muss wegen Swissness verlängern

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Prättigau,

Um die Swissness zu bewahren, muss WEF-Direktor Alois Zwinggi beim Weltwirtschaftsforum verlängern. Eigentlich wird er noch in diesem Jahr pensioniert, doch aktuell ist Zwinggi der einzige Schweizer in der WEF-Geschäftsleitung und muss hier für Stabilität sorgen.

Zwinggi
Alois Zwinggi ist WEF-Direktor. - keystone

«Ich muss nachsitzen», scherzte Zwinggi im Gespräch mit Keystone-SDA. Eigentlich wird der WEF-Direktor im November 2026 pensioniert, derzeit deutet jedoch alles darauf hin, dass er bis 2028 im Amt bleibt.

Grund dafür ist die Zusammenarbeit zwischen dem WEF und der Schweiz. Als einziger Schweizer in der Geschäftsleitung sehe er sich in einer Botschafterrolle. Ziel sei es, Stabilität zu vermitteln und die langjährige Kooperation mit nationalen und regionalen Behörden fortzuführen. Eine Nachfolge müsse zwingend aus der Schweiz stammen.

Einen Kausalzusammenhang zwischen seiner Verlängerung und dem Rücktritt von WEF-Gründer Klaus Schwab wies Zwinggi zunächst zurück. Sein Verbleib sei vielmehr eine Folge einer internen Reorganisation, die «zugegebenermassen nicht ohne Grund» erfolgt sei. Nach turbulenten Zeiten habe die Geschäftsführung im Schweizer Bereich Stabilität schaffen wollen.

Schwab war im Frühjahr 2025 auf Druck des Vorstands zurückgetreten, nachdem anonyme Vorwürfe erhoben worden waren, die sich nach einer Untersuchung als haltlos erwiesen. Beim diesjährigen WEF fehlt Schwab erstmals. Seine Ideen würden weitergetragen, sagte Zwinggi, die neue Führung mit André Hoffmann und Larry Fink leiste «hervorragende Arbeit» – Schwabs Fehlen stehe deshalb nicht im Vordergrund.

Dass das WEF heuer historische Ausmasse annimmt, ist auch der Teilnahme des US-Präsidenten Donald Trump geschuldet. Diese sei «genau jetzt extrem wichtig», so Zwinggi weiter. Das Forum wolle eine unparteiische Plattform für Dialog bieten. Persönliche Treffen seien bei geopolitischen Konflikten entscheidend. Als Beispiel hierfür nannte der WEF-Direktor einen vereitelten Krieg zwischen der Türkei und Griechenland. Deren Staatsoberhäupter reisten 1988 nach Jahren starker Spannungen nach Davos und unterzeichneten hier mit Unterstützung der Schweiz ein Friedensabkommen.

Ähnliches könnte sich in diesem Jahr in Bezug auf die Ukraine ergeben. Die ukrainische Botschafterin in Washington, Olha Stefanischyna, schrieb bei Facebook, in Davos könne ein Abkommen mit den USA über Sicherheitsgarantien und wirtschaftlichen Wiederaufbau unterzeichnet werden. Sollte dies geschehen, freue sich das WEF, dafür den Rahmen geboten zu haben, so Zwinggi.

Kommentare

Weiterlesen

Alireza Jeyrani Hokmabad
5 Interaktionen
Angst vor Rückkehr
Donald Trump WEF
349 Interaktionen
Trump-Rede

MEHR WEF

Zürich
Wegen Trump
2 Interaktionen
Altenrhein SG
Morten Bødskov
23 Interaktionen
Wegen Terminproblem
wef
589 Interaktionen
Nacht im Goldenen Ei?

MEHR AUS GRAUBüNDEN

sdf
382 Interaktionen
Am Montag gehts los